Elder Ronald A. Rasband
von der Pr?sidentschaft der Siebziger
Guten Abend, meine lieben Br?der im Priestertum. Heute Abend versammeln wir uns ?berall in der Welt n?her an den Tempeln des Herrn als je zuvor in der Geschichte der Menschheit. Durch die liebevolle G?te, mit der unser Erretter seinen Propheten f?hrt, stehen dem Bundesvolk des Herrn jetzt 122 Tempel offen, in denen sie f?r sich selbst die Segnungen des Tempels empfangen und unerl?ssliche heilige Handlungen f?r ihre verstorbenen Vorfahren vollziehen k?nnen. Und noch mehr Tempel sind angek?ndigt und werden kommen! Pr?sident Hinckley, wir danken Ihnen f?r Ihre inspirierte F?hrung in diesem gewaltigen Unterfangen.
Zu einer fr?heren Zeit im Buch Mormon haben sich die Mitglieder der Kirche ebenfalls bei einem Tempel versammelt, um Unterweisung von ihrem Propheten und F?hrer zu empfangen. Gegen Ende seines Lebens rief K?nig Benjamin die V?ter auf, ihre Familien zu versammeln, damit er ihnen Rat erteilen und sie ermahnen konnte. In Mosia lesen wir:
?Und es begab sich: Als sie zum Tempel hinaufkamen, bauten sie ringsum ihre Zelte auf, jedermann gem?? seiner Familie ? [und zwar] ein jeder Mann ? mit dem Eingang zum Tempel hin, sodass sie auf diese Weise in ihren Zelten bleiben und die Worte vernehmen konnten, die K?nig Benjamin zu ihnen sprechen w?rde.? (Mosia 2:5,6.)
Mir gef?llt die Bildlichkeit dieser Verse. Br?der, sind die T?ren unseres Zuhauses, bildlich gesprochen, zum Tempel hin ausgerichtet, am dem wir so h?ngen? Besuchen wir den Tempel so oft wie m?glich, und zeigen wir unseren Kindern durch unser Beispiel, wie bedeutend dieser heilige und besondere Ort ist?
Wie in Mosia berichtet, nahmen die Familien das Wort des Herrn, das durch ihren Propheten an sie erging, begeistert und bereitwillig auf. Die Menschen waren von den Lehren K?nig Benjamins so bewegt, dass sie einen neuen Bund eingingen, dem Herrn Jesus Christus zu folgen.
Es gibt jedoch ein trauriges Nachspiel zu dieser Geschichte. Wir erfahren sp?ter im Buch Mosia etwas ?ber diejenigen, die zur Zeit von K?nig Benjamins Predigt als kleine Kinder in den Zelten gewesen waren:
?Nun begab es sich: Es gab viele unter der heranwachsenden Generation, die die Worte K?nig Benjamins nicht verstehen konnten, denn damals, als er zu seinem Volk sprach, waren sie noch kleine Kinder gewesen; und sie glaubten der ?berlieferung ihrer V?ter nicht.? (Mosia 26:1.)
Was geschah mit dieser heranwachsenden Generation, Br?der? Warum nahmen die kleinen Kinder die rechtschaffenen ?berlieferungen ihrer V?ter nicht an? Was noch wichtiger ist: Wir befinden uns hier Jahrhunderte sp?ter in einer Zeit, da es viele Tempel und fortlaufend prophetische F?hrung gibt ? und was ist mit unserer heranwachsenden Generation? Haben wir Grund zur Sorge? Gewiss!
Die Jungen M?nner hier und in der ganzen Welt und die Jungen Damen als ihr Gegenst?ck sind etwas ganz Besonderes. Pr?sident Hinckley hat von ihnen gesprochen:
?Ich habe schon oft gesagt, dass ich diese Generation junger Menschen f?r die beste halte, die die Kirche je hatte. ? Sie versuchen, das Rechte zu tun. Sie sind willig und f?hig, frisch und sauber, attraktiv und intelligent. Sie wissen, worum es beim Evangelium geht, und versuchen es umzusetzen, wobei sie auf den Herrn blicken, damit er sie f?hrt und ihnen hilft.? (?Die gr??te Herausforderung, vor der Sie als Mutter stehen?, Liahona, Januar 2001, Seite 114.)
Jeder unter uns, der mit diesen Jugendlichen zu tun hat, wei?, dass Pr?sident Hinckley damit Recht hat.
Elder Henry B. Eyring vom Kollegium der Zw?lf Apostel hat uns jedoch im Hinblick auf die Jugend eine d?stere Warnung mitgegeben:
?Bei vielen von ihnen sind die geistige Reife und der Glaube bemerkenswert. Aber selbst die Besten von ihnen werden aufs ?u?erste gepr?ft. Und die Pr?fungen werden noch h?rter werden.? (?We Must Raise Our Sights?, Ensign, September 2004, Seite 14.)
Diese Warnung, dass ?die Pr?fungen h?rter werden?, erregt meine Aufmerksamkeit. Unsere heranwachsende Generation ist es wert, dass wir sie nach besten Kr?ften auf ihrer Reise ins Erwachsenenleben unterst?tzen und st?rken.
In diesen gef?hrlichen Zeiten, da die Jugend vermehrt widrigen Umst?nden ausgesetzt ist, k?nnen wir von anderen lernen. Bei den Streitkr?ften, genauer gesagt in jeder Marine weltweit, kennen alle Seeleute einen Satz, der eindeutig zu sofortiger Hilfe aufruft, ganz gleich, was man gerade tut oder wo man sich auf dem Schiff befindet. Der Satz lautet: ?Alle Mann an Deck.? Bei so mancher Seeschlacht hingen Sieg oder Niederlage davon ab, wie diesem Aufruf gefolgt wurde.
Wir ? als Mitglieder der Kirche, Jugendf?hrer, besorgte V?ter und Gro?v?ter ? m?ssen alle auf den Aufruf ?Alle Mann an Deck? reagieren, wenn es um unsere Jugendlichen und jungen alleinstehenden Erwachsenen geht. Wir m?ssen alle auf Gelegenheiten achten, bei denen wir der Jugend ein Segen sein k?nnen, ob wir nun gerade n?her mit ihr zu tun haben oder nicht. Wir m?ssen auch weiterhin die V?ter und M?tter dar?ber aufkl?ren, welche von Gott festgelegte Rolle sie f?r ihre Kinder zu Hause spielen, und sie darin st?rken. Wir m?ssen uns st?ndig fragen, ob noch ein Sportereignis, noch eine Veranstaltung, noch eine Aufgabe, die sie au?er Haus f?hrt, wichtiger ist, als dass die Familie zu Hause zusammen ist.
Der Augenblick, Br?der, da uns bei allem, was wir tun, wohin wir auch gehen, bei jedem Zusammentreffen mit einem jungen Heiligen der Letzten Tage verst?rkt bewusst sein muss, wie wichtig es ist, ihn zu st?rken, zu n?hren und zum Guten zu beeinflussen, ist jetzt!
Wir hatten in unserer eigenen Familie ein Erlebnis mit wunderbaren, wachsamen Priestertumsf?hrern. Als ich vor ein paar Jahren zu den Siebzigern berufen wurde, wurden wir beauftragt, nach Solihull in England zu ziehen, wo ich in der Gebietspr?sidentschaft dienen sollte. Meine Frau und ich nahmen unsere beiden j?ngsten Kinder dorthin mit. Unsere Tochter war eine junge alleinstehende Erwachsene und unser Sohn ein Siebzehnj?hriger, der gern und sehr gut American Football spielte. Wir machten uns viele Gedanken um die beiden. Keine Freunde, keine Verwandtschaft und kein American Football ? Ich fragte mich: ?Ob sich diese aufregende, neue Erfahrung wohl als ernsthafte Pr?fung f?r unsere Familie herausstellt??
Die Antwort kam bei einem meiner ersten Auftr?ge. Ich war gebeten worden, zu den Missionaren in der Missionarsschule in Preston zu sprechen. Ich rief Pr?sident White von der Missionarsschule an und war erfreut zu h?ren, dass er von meiner famili?ren Situation wusste. Er schlug vor, dass wir unsere Kinder zu unserem Besuch in Preston mitbringen. Als wir dann da waren, bat er sogar unsere Tochter und unseren Sohn, zu den Missionaren zu sprechen! Sie fanden es toll, dass sie so aufgenommen wurden und auch andere an ihrem Zeugnis vom Werk des Herrn teilhaben lassen konnten.
Als wir fertig waren und uns herzlich von den Missionaren verabschiedet hatten, besuchten wir den Tempel in Preston, der sich ganz in der N?he der Missionarsschule befindet. Als wir an der Eingangst?r vorbeigingen, standen dort Pr?sident Swanney und seine Frau, der Tempelpr?sident und die Tempeloberin. Sie begr??ten uns und luden uns in den Tempel ein, indem sie sagten: ?Elder Rasband, w?rden Sie und Ihre Familie gern Taufen f?r die Verstorbenen vollziehen?? Was f?r eine wunderbare Idee! Wir sahen einander an und nahmen das Angebot dankbar an. Nachdem wir die heiligen Handlungen vollzogen hatten und mein Sohn und ich mit Freudentr?nen in den Augen noch immer im Taufbecken standen, legte er mir die Hand auf die Schulter und fragte: ?Vater, warum haben wir das bisher nie gemacht??
Ich dachte an all die Football-Spiele und Filme, die wir uns zusammen angesehen hatten, an all die guten Zeiten, die wir zusammen verbracht hatten ? gewiss gl?ckliche Erinnerungen und Traditionen, die aufzubauen sehr wichtig ist.
Ich erkannte jedoch, dass wir die M?glichkeit hatten, dem noch bedeutungsvollere geistige Erlebnisse mit unseren Kindern hinzuzuf?gen ? Erlebnisse wie das in Preston an jenem Tag. Dank einf?hlsamer, aufmerksamer Priestertumsf?hrer erkannte ich damals, dass es unserer Familie in Europa gut gehen w?rde. Wir sind sehr dankbar f?r die vielen F?hrungskr?fte im Priestertum und bei den Jungen Damen, die unseren und Ihren Kindern gegen?ber immer wachsam und liebevoll waren.
Sehen wir uns eine andere Zeit im Buch Mormon an; dort befand sich Nephi in einer Situation, in der einige Mitglieder seiner Familie zu k?mpfen hatten, was Gehorsam, Einigkeit und Glaubenstreue betrifft. Er verstand ganz gewiss, wie notwendig es ist, sich den Kindern der heranwachsenden Generation mit voller Aufmerksamkeit zuzuwenden. In fortgeschrittenem Alter sagte er:
?Und wir reden von Christus, wir freuen uns ?ber Christus, wir predigen von Christus, wir prophezeien von Christus, und wir schreiben gem?? unseren Prophezeiungen, damit unsere Kinder wissen m?gen, von welcher Quelle sie Vergebung ihrer S?nden erhoffen k?nnen.? (2 Nephi 25:26.)
Ich bete darum, dass wir als Tr?- ger des Priestertums Gottes alles in unserer Macht Stehende tun werden, um unserer Jugend klarzumachen, von welcher Quelle sie Vergebung f?r ihre S?nden erhoffen kann, n?mlich vom Herrn Jesus Christus. M?ge jeder von uns so aufmerksam er nur kann auf den Aufruf ?Alle Mann an Deck? reagieren, wenn es darum geht, unsere heranwachsende Generation zu retten ? sie ist mit Sicherheit jede Anstrengung wert.
Ich bezeuge, das dies die wahre Kirche des Herrn ist, die von ihm durch unseren teuren Propheten Gordon B. Hinckley gef?hrt wird, den ich sch?tze und unterst?tze. Im Namen Jesu Christi. Amen.