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177th Annual General Conference, April 2007

Das wei? ich mit Bestimmtheit

Pr?sident Gordon B. Hinckley

Ich m?chte Ihnen mein Zeugnis von den grundlegenden Wahrheiten dieses Werkes geben.

Meine lieben Br?der und Schwestern, ich freue mich, dass ich zu Ihnen sprechen kann. Ich danke jedem von Ihnen f?r Ihre Gebete f?r mich. Ich bin Ihnen daf?r sehr, sehr dankbar. In den 49 Jahren, in denen ich Generalautorit?t bin, habe ich weit ?ber zweihundert Mal bei einer Generalkonferenz gesprochen. Ich stehe nun in meinem 97. Lebensjahr. Der Wind weht, und ich komme mir vor wie das letzte Blatt am Baum.

Zur Zeit bin ich ziemlich gesund, ungeachtet der Ger?chte, die das Gegenteil behaupten. Erfahrene ?rzte und Krankenschwestern halten mich fit, und manch einer von Ihnen wird vielleicht noch vor mir gehen. Doch im Hinblick auf mein Alter m?chte ich Ihnen mein Zeugnis von den grundlegenden Wahrheiten dieses Werkes geben.

Ich gestehe, dass ich nicht alles wei?, aber einiges wei? ich mit Bestimmtheit. Von dem, was ich wei?, spreche ich heute Morgen zu Ihnen.

Als Kaiser Konstantin zum Christentum bekehrt wurde, erkannte er die Entzweiung unter den Geistlichen ?ber das Wesen der Gottheit. Dem wollte er entgegenwirken, und so versammelte er im Jahr 325 die bedeutendsten Theologen der damaligen Zeit in Nic?a. Jeder Teilnehmer durfte seine Ansichten ?u?ern. Die Auseinandersetzung wurde jedoch immer hitziger. Als man sich nicht einigen konnte, fand man einen Kompromiss. Er wurde als das Niz?ische Glaubensbekenntnis bekannt, und die wesentlichen Punkte werden heute von den meisten Christen gl?ubig aufgesagt.

Ich selbst kann es nicht verstehen. Ich finde dieses Glaubensbekenntnis verwirrend.

Wie dankbar bin ich doch, dass wir uns, was das Wesen der Gottheit angeht, in dieser Kirche nicht auf eine von Menschen erdachte Aussage verlassen m?ssen. Unsere Erkenntnis stammt direkt aus dem pers?nlichen Erlebnis von Joseph Smith, der, obwohl noch ein Junge, mit Gott, dem ewigen Vater, und seinem geliebten Sohn, dem auferstandenen Herrn, gesprochen hat. Er kniete in ihrer Gegenwart; er h?rte ihre Stimme; und er antwortete ihnen. Jeder von ihnen war eine eigene Person. Kein Wunder, dass er zu seiner Mutter sagte, er h?tte herausgefunden, dass ihre Kirche nicht wahr sei. Und deswegen ist eine der allumfassenden Lehren dieser Kirche unser Glaube an Gott, den ewigen Vater. Er ist ein Wesen, ein reales Individuum. Er ist der gro?e Herrscher des Universums und doch ist er unser Vater und wir sind seine Kinder.

Wir beten zu ihm, und diese Gebete sind ein Gespr?ch zwischen Gott und Mensch. Ich wei?, dass er unsere Gebete h?rt und beantwortet. Das kann ich nicht leugnen. Zu oft habe ich erlebt, dass meine Gebete beantwortet wurden.

Alma unterwies seinen Sohn Helaman; er sagte: ?Berate dich mit dem Herrn in allem, was du tust, und er wird dich zum Guten lenken; ja, wenn du dich zur Nacht niederlegst, so lege dich nieder im Herrn, damit er in deinem Schlaf ?ber dich wache; und wenn du dich morgens erhebst, so lass dein Herz von Dank erf?llt sein gegen Gott; und wenn du das alles tust, wirst du am letzten Tag emporgehoben werden.? (Alma 37:37.)

Das Zweite, was ich ebenfalls mit Bestimmtheit wei?, beruht auf der Vision des Propheten Joseph Smith. N?mlich, dass Jesus lebt. Er ist der lebendige Christus. Er ist der Jahwe des Alten und der Messias des Neuen Testaments. Auf Weisung seines Vaters war er der Sch?pfer der Erde. Das Johannes-Evangelium beginnt mit den bezeichnenden Worten: ?Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

Im Anfang war es bei Gott.

Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.? (Johannes 1:1-3.)

Beachten Sie vor allem den letzten Vers: ?Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.?

Er war der gro?e Sch?pfer. Sein Finger schrieb die Gebote auf dem Berg. Er verlie? seine himmlische Heimat und kam zur Erde, geboren unter den bescheidensten Umst?nden. W?hrend seines kurzen Wirkens heilte er Kranke, gab Blinden ihr Augenlicht, erweckte Tote auf und wies die Schriftgelehrten und Pharis?er zurecht. Er war der einzige vollkommene Mensch auf Erden. Dies alles geh?rte zum Plan seines Vaters. Im Garten Getsemani litt er so sehr, dass er Blut schwitzte, als er seinen Vater anflehte. Aber all das geh?rte zu seinem gro?en S?hnopfer. Er wurde vom P?bel gefangen genommen und vor Pilatus gebracht, w?hrend die Volksmenge laut schreiend seinen Tod verlangte. Er trug das Kreuz, auf dem er starb. Auf Golgota gab er sein Leben hin und rief aus: ?Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.? (Lukas 23:34.)

Sein Leichnam wurde liebevoll in das Grab von Josef aus Arimath?a gelegt. Aber nach drei Tagen, an jenem ersten Ostermorgen, war das Grab leer. Maria aus Magdala sprach mit ihm, und er sprach mit ihr. Er erschien seinen Aposteln. Er ging mit zwei J?ngern auf dem Weg nach Emmaus. Und es wird uns berichtet, dass ihn etwa 500 weitere Menschen sahen (siehe 1 Korinther 15:6).

Er hat gesagt: ?Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich f?hren, und sie werden auf meine Stimme h?ren; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.? (Johannes 10:16.) Infolgedessen erschien er denen, die im Land ?berfluss in der westlichen Hemisph?re versammelt waren. Dort lehrte er das Volk, so wie er dies auch in der Alten Welt getan hatte. All das ist eingehend im Buch Mormon aufgezeichnet, das als zweiter Zeuge f?r die G?ttlichkeit unseres Herrn gilt.

Noch einmal: Er und sein Vater erschienen dem jungen Joseph Smith. Der Vater deutete auf den Sohn und sagte: ?Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn h?re!? (Joseph Smith ? Lebensgeschichte 1:17.)

Das N?chste, was ich mit Bestimmtheit wei? und wovon ich Zeugnis ablege, ist das S?hnopfer des Herrn Jesus Christus. Ohne es hat das Leben keinen Sinn. Es ist der Schlussstein im Bogen unseres Daseins. Es best?tigt, dass wir gelebt haben, bevor wir auf der Erde geboren wurden. Das irdische Dasein ist nur ein Trittstein f?r ein herrlicheres k?nftiges Dasein. Der Kummer des Todes wird durch die verhei?ene Auferstehung gelindert. Es g?be kein Weihnachten, wenn es kein Ostern g?be.

Als N?chstes spreche ich von den gro?en Gewissheiten, die die Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi gebracht hat. Da ist einmal die Wiederherstellung des Priestertums oder die Vollmacht, die dem Menschen gegeben wurde, im Namen Gottes zu sprechen. Im Priestertum gibt es zwei Abteilungen: Das geringere, auch Aaronische Priestertum genannt, wurde von Johannes dem T?ufer wiederhergestellt. Die h?here Ordnung des Priestertums, das Melchisedekische, wurde von Petrus, Jakobus und Johannes wiederhergestellt.

Als der auferstandene Johannes der T?ufer das Aaronische Priestertum wiederherstellte, legte er Joseph Smith und Oliver Cowdery die H?nde auf und sagte: ?Euch, meinen Mitknechten, ?bertrage ich im Namen des Messias das Priestertum Aarons, das die Schl?ssel des Dienstes von Engeln und die des Evangeliums der Umkehr und die der Taufe durch Untertauchen zur S?ndenvergebung innehat.? (LuB 13:1.)

Pr?sident Wilford Woodruff hat in hohem Alter zu den Jungen M?nnern der Kirche gesprochen. Er sagte: ?Ich m?chte euch die Tatsache einsch?rfen, dass es nicht entscheidend ist, ob ein Mann Priester oder Apostel ist, wenn er nur seine Berufung gro? macht. Ein Priester hat die Schl?ssel zum Dienst von Engeln inne. In meinem ganzen Leben als Apostel, Siebziger oder ?ltester f?hlte ich nie so sehr den Schutz des Herrn wie zu der Zeit, als ich das Amt eines Priesters innehatte.? (In Millennial Star, 5. Oktober 1891, Seite 629.)

Das Melchisedekische oder h?here Priestertum bevollm?chtigt M?nner, anderen die H?nde aufzulegen und sie zu segnen. Sie segnen die Kranken. So wie Jakobus im Neuen Testament gesagt hat: ?Ist einer von euch krank? Dann rufe er die ?ltesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete ?ber ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit ?l salben.? (Jakobus 5:14.)

Und zum Abschluss erw?hne ich die Segnungen, die wir durch das Haus des Herrn bekommen und die wir der Wiederherstellung des Evangeliums aus alter Zeit verdanken.

Diese Tempel, deren Anzahl wir in den letzten Jahren sehr vergr??ert haben, bringen uns Segnungen, die man sonst nirgends finden kann. Alles, was in diesem heiligen Haus geschieht, hat mit der ewigen Natur des Menschen zu tun. Hier werden Ehemann und Ehefrau und Kinder f?r alle Ewigkeit als Familie aneinander gesiegelt. Die Ehe besteht nicht, ?bis der Tod euch scheidet?. Sie ist f?r immer, wenn die Beteiligten so leben, dass sie dieser Segnung w?rdig sind. Am bemerkenswertesten ist, dass es die Vollmacht gibt, stellvertretende Arbeit im Haus des Herrn zu leisten. Hier werden heilige Handlungen stellvertretend f?r Verstorbene vollzogen, die nicht die M?glichkeit hatten, sie zu Lebzeiten zu empfangen.

Vor kurzem h?rte ich von einer Witwe in Idaho Falls. F?nfzehn Jahre lang diente sie als Stellvertreterin im Idaho-Falls-Idaho-Tempel, wodurch 20 000 Personen das Endowment empfangen konnten. Das zwanzigtausendste Endowment empfing sie an einem Freitag; am Samstag machte sie weitere f?nf. In der darauffolgenden Woche verstarb sie.

Denken Sie kurz dar?ber nach, was diese Frau getan hat! Sie vollzog das Endowment stellvertretend f?r so viele Menschen, wie heute Morgen in diesem Konferenzzentrum versammelt sind. Denken Sie an die Begr??ung, die sie wohl auf der anderen Seite erwartete.

Nun, Br?der und Schwestern, dies ist mein Zeugnis, welches ich Ihnen feierlich gebe.

Gott segne Sie, die treuen Heiligen der Letzten Tage, einen jeden von Ihnen. M?gen in Ihrer Familie Frieden und Liebe herrschen, und m?gen Glaube und Gebet Sie in allen Ihren Unternehmungen f?hren, das erbitte ich dem?tig im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.