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177th Annual General Conference, April 2007

Das Wunder der Bibel

Elder M. Russell Ballard
vom Kollegium der Zw?lf Apostel

Wir sind wahre und absolut ?berzeugte Anh?nger des Herrn Jesus Christus und seines durch die Bibel offenbarten Wortes.

Br?der und Schwestern, die Bibel ist ein Wunder! Es ist ein Wunder, dass die 4000 Jahre heiliger und weltlicher Geschichte in der Bibel von Propheten, Aposteln und inspirierten M?nnern der Kirche aufgeschrieben und bewahrt wurden.

Es ist ein Wunder, dass wir die machtvolle Lehre, die Grunds?tze, die Poesie und die Geschichten der Bibel haben. Vor allem aber ist es ein Wunder, dass wir einen Bericht ?ber das Leben, das geistliche Wirken und die Worte Jesu haben, der w?hrend des finsteren Mittelalters und durch die Konflikte unz?hliger Generationen hindurch bewahrt wurde, sodass wir ihn heute haben.

Es ist ein Wunder, dass die Bibel buchst?blich den bekehrenden, heilenden Geist Christi enth?lt, der das Herz der Menschen seit Jahrhunderten gewandelt hat und sie dazu bewegt, zu beten, den richtigen Weg zu w?hlen und sich auf die Suche zu begeben, um den Erl?ser zu finden.

Die Bibel wird auch treffend als die Heilige Schrift bezeichnet. Sie ist heilig, weil sie Wahrheit lehrt, heilig, weil sie uns mit ihrem Geist w?rmt, heilig, weil sie uns lehrt, wie wir Gott erkennen und seinen Umgang mit den Menschen verstehen k?nnen, und sie ist heilig, weil sie die ganzen Seiten hindurch vom Herrn Jesus Christus Zeugnis gibt.

Abraham Lincoln sagte ?ber die Bibel: ?Dieses gro?artige Buch ? ist das beste Geschenk, das Gott dem Menschen gemacht hat. Alles Gute, was der Heiland der Welt gab, wurde durch dieses Buch ?bermittelt. H?tten wir es nicht, k?nnten wir nicht richtig und falsch unterscheiden.? (Speeches and Writings, 1859?1865, 1989, Seite 628.)

Es ist kein Zufall, dass wir die Bibel heute haben. Rechtschaffenen Menschen wurde vom Geist eingegeben, sowohl das Heilige, was sie sahen, als auch die inspirierten Worte, die sie h?rten und sprachen, aufzuschreiben. Andere hingebungsvolle Menschen wurden dazu bewogen, diese Berichte zu sch?tzen und zu bewahren. M?nner wie John Wycliffe, der mutige William Tyndale und Johannes Gutenberg wurden dazu bewogen, gegen viel Widerstand die Bibel in eine Sprache zu ?bersetzen, die man verstehen konnte, und sie als Buch zu ver?ffentlichen, das die Leute lesen konnten. Ich glaube, dass selbst die Gelehrten von K?nig Jakob bei ihrer ?bersetzungsarbeit geistige Eingebungen hatten.

Das finstere Mittelalter war finster, weil das Licht des Evangeliums vor den Menschen verborgen war. Sie hatten keine Apostel oder Propheten, und sie hatten auch keinen Zugang zur Bibel. Die Geistlichen hielten die Heilige Schrift geheim und unzug?nglich f?r die Menschen. Wir schulden den vielen tapferen M?rtyrern und Reformatoren wie Martin Luther, Johann Calvin und Johannes Hus viel, die die Freiheit der Gottesverehrung und allgemeinen Zugang zu den heiligen B?chern forderten.

William Tyndale gab sein Leben, weil er so sehr an die Macht der Bibel glaubte. Er sagte: ?Es ist dem Wort Gottes zu eigen, dass es augenblicklich anf?ngt, den, der es liest oder vern?nftig dargelegt bekommt, mit jedem Tag besser zu machen, bis er zu einem vollkommenen Menschen geworden ist.? (S. Michael Wilcox, Fire in the Bones: William Tyndale ? Martyr, Father of the English Bible, 2004, Seite XV.)

Ein aufrichtiges, eifriges Studium der Bibel macht uns St?ck f?r St?ck besser, und wir d?rfen nie die zahllosen M?rtyrer vergessen, die um die Macht dieses Buches wussten und ihr Leben gaben, damit wir in den darin enthaltenen Worten den Weg zu ewigem Gl?cklichsein und zum Frieden des Reiches unseres himmlischen Vaters finden k?nnen.

Obwohl die fr?hen christlichen Reformatoren in vielem ?bereinstimmten, waren sie sich letztendlich in vielen Punkten der Lehre uneins. Dies f?hrte zur Gr?ndung zahlreicher christlicher Glaubensgemeinschaften. Roger Williams, ein fr?her Verfechter der Religionsfreiheit, kam zu dem Schluss: ?Es gibt auf Erden weder eine rechtm??ig gegr?ndete Kirche noch irgendjemand, der befugt ist, heilige Handlungen der Kirche zu vollziehen. Das kann es auch erst dann wieder geben, wenn das gro?e Oberhaupt der Kirche, auf dessen Kommen ich warte, neue Apostel sendet.? (Siehe William Cullen Bryant, Hg., Picturesque America, or, the Land We Live In, 2 B?nde, 1872?74, 1:502.)

Abermillionen Menschen sind zum Glauben an Gott und Jesus Christus gekommen, indem sie in der Bibel nach Wahrheit suchten. Unz?hlige von ihnen hatten nichts als die Bibel, um ihren Glauben zu n?hren und zu lenken.

Aufgrund der Bem?hungen der Reformatoren gelangte die Bibel in jeden Haushalt. ?Das Wort Gottes wurde am h?uslichen Herd der einfachen Leute ebenso wie in den Salons der Wohlhabenden gelesen.? (John A. Widtsoe, Fr?hjahrs-Generalkonferenz 1939.)

Millionen Familien sind in dem Bestreben zusammengekommen, die Kirche Jesu Christi durch das Studium der Bibel zu finden. Darunter befand sich Anfang des neunzehnten Jahrhunderts im n?rdlichen Teil des Staates New York auch die Familie von Joseph Smith Sr. Einer seiner S?hne war Joseph Smith Jr., der in der Bibel forschte, weil er wissen wollte, welche der vielen Glaubensgemeinschaften die gleiche Kirche war, die Jesus Christus gegr?ndet hatte. Er wurde durch die Worte der Bibel dazu angeregt, um mehr geistiges Licht und Erkenntnis von Gott zu beten. Entschlossen, um die in den heiligen Schriften verhei?ene Weisheit zu bitten, kniete Joseph in den ersten Fr?hlingstagen des Jahres 1820 in dem?tigem Gebet nieder. O, welch wunderbares Licht und welch wunderbare Wahrheit wurden an jenem Tag ?ber ihn ausgegossen, als er die herrliche Erscheinung erblickte: Gottvater und der Herr Jesus Christus! Wieder berief Gott einen Propheten, wie er es in den Tagen Noachs, Abrahams und Moses getan hatte.

Wie dankbar sollten wir doch f?r die Bibel sein. Wir erfahren darin nicht nur vom Leben und den Lehren Christi, wir erfahren auch von seiner Kirche und von seinem Priestertum und von der Organisation, die er einst aufrichtete und die er Kirche Jesu Christi nannte. Wir glauben an diese Kirche, und wir glauben, dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage die gleiche Kirche ist ? auf der Erde wiederhergestellt, vollst?ndig, mit der gleichen Organisation und dem gleichen Priestertum.

Ohne die Bibel h?tten wir damals nichts von seiner Kirche gewusst und wir h?tten auch jetzt nicht die F?lle seines Evangeliums.

Ich liebe die Bibel, ihre Lehren, ihre Lektionen und ihren Geist. Die fesselnden, tiefgr?ndigen Geschichten des Alten Testaments und seine gro?en Propheten, die vom Kommen Christi Zeugnis gaben, sind mir sehr wichtig. Ich lese gern von den Reisen und Wundern der Apostel und die Briefe des Paulus im Neuen Testament. Am meisten gefallen mir die Augenzeugenberichte ?ber die Worte, das Beispiel und das S?hnopfer unseres Heilands, Jesus Christus. Die Sichtweise und der Frieden, die wir erlangen, wenn wir die Bibel lesen, bedeuten mir sehr viel.

Br?der und Schwestern, ich bin sicher, viele von Ihnen haben schon einmal die Leute sagen h?ren: ?Mormonen sind keine Christen, weil sie ihre eigene Bibel, das Buch Mormon, haben.? Jedem, der diese falsche Vorstellung hegt, sagen wir, dass wir an den Herrn Jesus Christus als unseren Erl?ser und den Urheber unseres Heils glauben und dass wir an die Bibel glauben, sie in Ehren halten und wertsch?tzen. Wir haben zus?tzliche heilige Schriften, darunter auch das Buch Mormon ? es belegt die Bibel, aber es ersetzt oder verdr?ngt sie niemals.

Jesus sagte: ?Erforscht die Schriften, ? gerade sie legen Zeugnis ?ber mich ab.? (Johannes 5:39.) Diese Worte geben all denjenigen Einblick und Inspiration, die aufrichtig danach trachten, die Wahrheit ?ber Jesus Christus zu erfahren und zu verstehen. Die heiligen Schriften sind reich an Geschichte, Lehre, Erz?hlungen, Predigten und Zeugnissen, in deren Mittelpunkt letztendlich der ewige Christus und seine irdische und geistige Mission f?r die Kinder des himmlischen Vaters stehen.

Die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage glauben, dass jede von Gott eingegebene Schrift n?tzlich ist (siehe 2 Timotheus 3:16). Die Bibel und die anderen heiligen Schriften liegen uns am Herzen. Das mag einige ?berraschen, denen vielleicht nicht bewusst ist, dass wir an die Bibel als an das offenbarte Wort Gottes glauben. Sie ist eine der S?ulen unseres Glaubens, ein machtvoller Zeuge f?r den Erretter und f?r den anhaltenden Einfluss Christi im Leben derjenigen, die ihn verehren und ihm folgen. Je mehr wir die Bibel und ihre Lehren lesen und studieren, desto deutlicher erkennen wir das Fundament der Lehren des wiederhergestellten Evangeliums Jesu Christi. Wir neigen dazu, dass uns die heiligen Schriften am Herzen liegen, mit denen wir uns besch?ftigen. Vielleicht muss unser Studium ausgewogener werden, damit wir alle heiligen Schriften lieben und verstehen.

Ich m?chte vor allem euch junge Leute bitten, die Bibel nicht abzutun oder abzuwerten. Sie ist ein heiliger Bericht ?ber das Leben des Herrn. Die Bibel enth?lt einige hundert Seiten mehr als alle unsere anderen Schriften zusammen. Sie ist der Fels, auf dem das ganze Christentum ruht. Wir kritisieren oder bel?cheln nicht die Glaubensansichten von jemand anders. Unsere gro?e Pflicht als Christen besteht darin, alle S?hne und T?chter Gottes an allem teilhaben zu lassen, was er offenbart hat.

Diejenigen, die sich dieser Kirche anschlie?en, geben ihren Glauben an die Bibel nicht auf ? sie st?rken ihn. Das Buch Mormon schw?cht oder vermindert die Bibel nicht oder macht sie weniger bedeutsam. Im Gegenteil, es vergr??ert, erweitert und verherrlicht sie. Das Buch Mormon gibt Zeugnis von der Bibel, und beide geben Zeugnis von Christus.

Das erste Zeugnis f?r Christus ist das Alte Testament in der Bibel, in dem das Kommen des Erretters, sein gro?artiges Leben und sein befreiendes S?hnopfer vorhergesagt und prophezeit wird.

Das zweite biblische Zeugnis f?r Christus ist das Neue Testament, das von seiner Geburt, seinem Leben, seinem geistlichen Wirken, seinem Evangelium, seiner Kirche, seinem S?hnopfer und seiner Auferstehung und auch ?ber das Zeugnis seiner Apostel berichtet.

Das dritte Zeugnis f?r Christus ist das Buch Mormon, das ebenfalls das Kommen Christi vorhersagt, den biblischen Bericht ?ber sein errettendes S?hnopfer best?tigt und dann den Besuch des auferstandenen Erl?sers auf der anderen Erdh?lfte schildert. Der Untertitel des Buches Mormon, die Aussage, die zur Klarstellung auf die Titelseite eines jeden Exemplars gedruckt ist, lautet: ?Ein weiterer Zeuge f?r Jesus Christus.?

Jedes dieser drei Zeugnisse ist Teil des gro?en, unteilbaren ganzen offenbarten Wortes Gottes an seine Kinder. Sie enthalten die Worte Christi, an denen wir uns, wie wir ermahnt wurden, weiden sollen, um w?rdig f?r das ewige Leben zu werden (siehe 2 Nephi 31:20). Denjenigen, die glauben, dass ein Teil wichtiger oder wahrer ist als die anderen Teile, entgeht etwas von der Sch?nheit und Vollst?ndigkeit des Kanons alter heiliger Schrift.

Und diejenigen, die glauben, dass die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage nicht an Jesus Christus oder die Bibel glauben, sollten sich die Zeit nehmen, die Kirche, die Bedeutung ihres Namens und die Macht ihrer Botschaft zu verstehen.

Ich staune ?ber jeden, der den Glauben dieser Kirche an die Bibel und unsere Stellung als Christen in Frage stellt. Der Name der Kirche lautet Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Bei unserer letzten Generalkonferenz hier in diesem Geb?ude haben unsere F?hrer der Kirche an die 200 Mal aus der Bibel zitiert. Diese Kirche ist so organisiert und funktioniert so wie die Kirche, die Christus und seine Apostel zur Zeit des Neuen Testaments aufgerichtet hatten. Heute sitzen der Prophet und die Apostel des Herrn Jesus Christus hier auf dem Podium.

Ich gebe feierlich Zeugnis, dass wir wahre und absolut ?berzeugte Anh?nger des Herrn Jesus Christus und seines durch die Bibel offenbarten Wortes sind. Wir glauben nicht nur an die Bibel, wir bem?hen uns, die darin enthaltenen Grunds?tze zu befolgen und ihre Botschaft zu lehren. Die Botschaft unserer Missionare ist Christus, sein Evangelium und sein S?hnopfer, und die heiligen Schriften sind die Grundlage dieser Botschaft. Wir sagen allen Menschen: ?Wir kommen in aller Liebe auf Sie zu und laden Sie ein, zu uns zu kommen; lassen Sie uns ?ber alles sprechen, was Gott offenbart hat.?

Br?der und Schwestern, wir m?ssen allen Menschen ? auch den Mitgliedern unserer Kirche ? klarmachen, welche Macht und Bedeutung die Bibel hat. Die Bibel ist eine heilige Schrift, die uns und die ganze Menschheit dazu bringt, Jesus Christus als unseren Heiland anzunehmen. M?ge Gott uns den Wunsch und die F?higkeit schenken, seine Lehren anzunehmen und danach zu leben, ist mein dem?tiges Gebet im Namen des Herrn Jesus Christus. Amen.