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177th Annual General Conference, April 2007

?Ich bin rein?

Pr?sident Gordon B. Hinckley

Seien Sie rein ? was Sprache, Gedanken, K?rper und Kleidung betrifft.

Br?der im Priestertum, es ist inspirierend, in die Gesichter der 21 000 zu blicken, die sich hier im Konferenzzentrum versammelt haben. Dabei wei? ich, dass in aller Welt Millionen weitere in Gemeindeh?usern und an anderen Orten versammelt sind. Ich bedauere, dass ich zu einer Zeit, in der das Leben immer aufregender wird, so alt bin.

Wie Sie alle wissen, wurde ich vor zw?lf Jahren als Pr?sident der Kirche ordiniert und eingesetzt, genauer gesagt am 12. M?rz 1995. Elder Ballard hat einige Zahlen zu diesen zw?lf Jahren zusammengetragen. Ich zitiere aus seiner Aufstellung:

<dl><dd>? 387.750 Missionare sind auf Mission gegangen, das entspricht etwa 40 Prozent aller Missionare, die bisher in dieser Evangeliumszeit gedient haben ? das sind 40 Prozent in den letzten 12 von 177 Jahren, seit die Kirche gegr?ndet wurde.</dd><dd>? 3.400.000 Bekehrte haben sich taufen lassen, was mehr als einem Viertel der momentanen Gesamtzahl der Mitglieder der Kirche entspricht.</dd><dd>? Die Gesamtzahl der Missionen der Kirche ist von 303 auf 344 gestiegen, drei weitere werden bald dazukommen.</dd><dd>? Die Aktiverhaltung, gemessen an der Anwesenheit in der Abendmahlsversammlung, Ordinierungen im Priestertum und der Zehntentreue, hat sich deutlich verbessert.</dd></dl>

Und auch wenn dies alles ?u?erst bedeutend ist, bin ich ?berzeugt, dass mit ein wenig mehr Hingabe diese wunderbare nahe Vergangenheit nur der Prolog f?r eine noch bessere Zukunft sein k?nnte.

Lassen Sie uns alle die Schulter an das Rad stemmen; schieben und erf?llen wir unsere Pflicht mit Gesang. F?r dieses Werk ist Arbeit notwendig, niemand darf sich dr?cken, stemmen Sie die Schulter an das Rad und schieben Sie mit. (Siehe ?Stemmt die Schulter an das Rad?, Gesangbuch, Nr. 165.)

Ich m?chte mich jetzt einem anderen Thema zuwenden. Ich habe dar?ber vor vielen Jahren schon einmal gesprochen. Ich wiederhole es, denn diejenigen, die es geh?rt haben, haben es schon l?ngst wieder vergessen, und diejenigen, die es nicht geh?rt haben, m?ssen es h?ren. Es geht um Pr?sident Joseph F. Smith, der von 1901 bis 1918, insgesamt also 17 Jahre lang, Pr?sident der Kirche war.

Joseph F. Smith war der Sohn von Hyrum Smith, dem Bruder des Propheten Joseph, der mit diesem zusammen in Carthage ermordet worden war. Joseph F. wurde am 13. November 1838 in Far West, Missouri, geboren. Er war noch ein S?ugling, als er Missouri verlie?. Als kleiner Junge, noch nicht einmal sechs Jahre alt, h?rte er ein Klopfen am Fenster des Hauses seiner Mutter in Nauvoo. Es war ein Mann, der in aller Eile von Carthage geritten kam und Schwester Smith mitteilte, dass ihr Mann an diesem Nachmittag get?tet worden war.

Als er neun war, fuhr er mit seiner Mutter ein Ochsengespann ?ber die Pr?rie in das Salzseetal. Mit 15 Jahren wurde er auf Mission nach Hawaii berufen. Er fuhr nach San Francisco und arbeitete dort in einer Fabrik f?r Dachschindeln, um sich das Geld f?r eine Schiffsreise zu den Inseln zu verdienen.

Damals war Hawaii noch kein Touristenzentrum. Es war von den eingeborenen Hawaiianern bewohnt, die meistenteils arm waren, aber gro?z?gig mit dem, was sie hatten. Er erlernte ihre Sprache und schloss sie ins Herz. W?hrend er dort diente, hatte er einen bemerkenswerten Traum. Ich zitiere aus seinem Bericht dar?ber. Er erz?hlt:

?W?hrend meiner Mission war ich sehr niedergeschlagen. Ich war fast nackt und hatte keine Freunde au?er einem armen, unwissenden ? Volk. Ich f?hlte mich minderwertig, weil ich arm, dumm und unwissend war, blo? ein Junge, der es kaum wagte, einem ? Menschen ins Gesicht zu blicken.

W?hrend ich mich also in diesem Zustand befand, tr?umte ich [eines Nachts], ich sei auf einer Reise, und ich hatte den Eindruck, ich m?sse mich beeilen ? mit ganzer Kraft beeilen, weil ich f?rchtete, ich k?me zu sp?t. Ich eilte so schnell wie m?glich vorw?rts, und so weit ich wei?, trug ich nur ein kleines B?ndel bei mir, ein Tuch, in das etwas eingewickelt war. Ich beeilte mich, so sehr ich konnte, und ich wusste nicht ?, was ich da bei mir trug. Endlich kam ich zu einem wundersch?nen Haus. ? Irgendwie wusste ich, dass ich am Ziel war. Ich ging darauf zu, so schnell ich konnte, da sah ich ein Schild, [auf dem] ?Bad? [stand]. Ich ging schnell in das Bad und wusch mich, bis ich rein war. Ich ?ffnete das kleine B?ndel, das ich bei mir hatte, und fand darin wei?e, saubere [Kleidung]; so etwas hatte ich schon lange nicht mehr gesehen, denn die Menschen, bei denen ich mich aufhielt, hielten nicht viel davon, etwas ?berm??ig sauber zu machen. Aber diese [Kleidung war] sauber und ich zog [sie] an. Dann eilte ich auf etwas zu, was wie eine gro?e ?ffnung, eine T?r, aussah. Ich klopfte, und die T?r ging auf, und der Mann, der dort stand, war der Prophet Joseph Smith. Er sah mich ein bisschen vorwurfsvoll an, und als Erstes sagte er: ?Joseph, du kommst sp?t.? Aber ich fasste Mut und [erwiderte]:

?Ja. Aber ich bin rein ? ich bin rein!?

Da fasste er mich an der Hand und zog mich in das Zimmer, und hinter mir schloss sich die T?r. Ich sp?rte seine Hand so deutlich, wie ich je die Hand eines Menschen gesp?rt hatte. Ich kannte ihn, und als ich eintrat, sah ich meinen Vater und Brigham [Young] und Heber [C. Kimball] und Willard [Richards] und andere gute M?nner, die ich gekannt hatte, in einer Reihe stehen. Es kam mir so vor, als schaute ich ?ber dieses Tal hinweg, und es schien mit vielen, vielen Menschen gef?llt zu sein, aber hier waren alle Menschen, die ich gekannt hatte. Meine Mutter sa? dort mit einem Kind auf dem Scho?; ich sah mehr Leute dort sitzen, als ich mit Namen nennen k?nnte, und sie schienen alle zu den Erw?hlten, den Erh?hten zu geh?ren. ?

[Als ich diesen Traum hatte,] lag ich allein auf einer Matte, hoch oben in den Bergen von Hawaii ? niemand war bei mir. Aber in der Vision dr?ckte ich die Hand des Propheten, und ich sah ihn ?ber das ganze Gesicht l?cheln. ?

Als ich am Morgen erwachte, war ich ein Mann, auch wenn ich [noch immer] nur ein Junge war. [Danach] f?rchtete ich nichts mehr auf der Welt. Ich konnte jedem Mann, jeder Frau, jedem Kind ins Gesicht sehen ? in dem tiefen Bewusstsein, dass ich ein ganzer Mann war. Diese Vision, diese Kundgebung, das Zeugnis, das mir damals zuteil wurde, hat mich zu dem gemacht, was ich bin, wenn ich denn ?berhaupt gut, rein und untadelig vor dem Herrn bin, wenn es denn etwas Gutes in mir gibt. Das hat mir in jeder Pr?fung und in jeder Schwierigkeit geholfen.? (Gospel Doctrine, 5. Auflage, 1939, Seite 542f.)

Der Kern dieses bedeutenden Traums liegt in dem Tadel, den Joseph Smith an den jungen Mann richtete. Der Prophet sagte: ?Joseph, du kommst sp?t.?

Und Joseph F. Smith entgegnete: ?Ja. Aber ich bin rein ? ich bin rein!?

Infolge des Traums wurde aus dem Jungen ein Mann. Seine Aussage ?Ich bin rein? schenkte ihm Zuversicht und Mut, und zwar gegen?ber jedem Menschen und in jeder Situation. Ihm wurde die St?rke zuteil, die mit einem guten Gewissen einhergeht, worin ihn der Prophet Joseph Smith ja noch best?rkt hatte.

In diesem prophetischen Traum steckt etwas f?r jeden Mann und jeden Jungen, der heute Abend in dieser gro?en Versammlung sitzt. Eine alte Redensart unter uns besagt: ?Reinlichkeit kommt gleich nach G?ttlichkeit.?

Der Prophet Jesaja hat gesagt:

?Wascht euch, reinigt euch! Lasst ab von eurem ?blen Treiben! H?rt auf, vor meinen Augen B?ses zu tun!

Lernt, Gutes zu tun! ?

Kommt her, wir wollen sehen, wer von uns Recht hat, spricht der Herr. W?ren eure S?nden auch rot wie Scharlach, sie sollen wei? werden wie Schnee. W?ren sie rot wie Purpur, sie sollen wei? werden wie Wolle.? (Jesaja 1:16-18.)

In einer neuzeitlichen Offenbarung hat der Herr gesagt: ?Seid rein, die ihr die Gef??e des Herrn tragt.? (LuB 133:5.)

In einer Welt, die sich im Schmutz suhlt, seien Sie rein ? was Sprache, Gedanken, K?rper und Kleidung betrifft.

Ich sage einem jeden von Ihnen: Seien Sie rein in Ihrer Redeweise. Es gibt in unserer Zeit so viele schmutzige, niedere Ausdr?cke. Wenn Sie sich nicht auf reine Weise ausdr?cken k?nnen, ist das ein Zeichen daf?r, dass Sie nur ?ber einen sehr begrenzten Wortschatz verf?gen. Als Jahwe die Steintafeln beschrieb, sagte er den Kindern Israels: ?Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr l?sst den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.? (Exodus 20:7.)

Der Herr hat dieses Gebot in einer neuzeitlichen Offenbarung bekr?ftigt: ?Denkt daran: Das, was von oben kommt, ist heilig und muss mit Sorgfalt und unter dem Dr?ngen des Geistes gesprochen werden.? (LuB 63:64.)

Haben Sie reine Gedanken. Der Herr hat gesagt: ?Lass alles in Reinlichkeit vor mir geschehen.? (LuB 42:41.)

Ein schmutziger Sinn tut sich in schmutziger und gottesl?sterlicher Redeweise kund. Ein reiner Sinn zeigt sich in einer Redeweise, die positiv und aufbauend ist, und in Taten, die das Herz gl?cklich machen.

Seien Sie rein, was den K?rper, die Kleidung und das Benehmen betrifft. Lassen Sie sich nicht t?towieren. Wenn Sie es doch tun, werden Sie es eines Tages bereuen. Eine T?towierung l?sst sich nur durch eine schmerzhafte und teure Prozedur entfernen.

Seien Sie rein, gepflegt und ordentlich. Schlampige Kleidung f?hrt zu schlampigem Benehmen. Mir ist nicht so wichtig, was Sie tragen, sondern vielmehr, dass es sauber und ordentlich ist. Denken Sie an den Traum von Joseph F. Smith. Als er auf das Haus zueilte, hatte er ein in ein kleines Tuch gewickeltes B?ndel dabei. Als er sich badete und es ?ffnete, stellte er fest, dass es saubere Kleidung enthielt. Wann immer Sie das Abendmahl segnen oder austeilen, sehen Sie so gut aus, wie Sie nur k?nnen. Achten Sie darauf, dass Sie rein sind.

Und so, meine lieben Br?der, k?nnte ich fortfahren. Ich k?nnte mit Ihnen dar?ber sprechen, was im Internet geschieht und wie die Nutzung von Computern zu entw?rdigenden Gedanken und Taten f?hren kann. Es gen?gt zu sagen, dass dies f?r Sie, die Sie das Priestertum Gottes tragen, v?llig indiskutabel ist. Sie sind seine erw?hlten Knechte, Sie sind zu etwas Heiligem und Wunderbarem ordiniert. Sie k?nnen nicht in der Welt leben und an der Lebensweise der Welt teilhaben. Sie m?ssen ?ber dem allen stehen.

Nun, meine lieben Br?der, m?ge der Herr Sie segnen. Euch Jungen sage ich: Bringt eure Ausbildung voran. Wenn ihr heiratet, habt ihr die Pflicht, f?r eure Familie zu sorgen. Vor euch liegt eine Welt voller M?glichkeiten, und Bildung ist der Schl?ssel, der die T?r dorthin ?ffnet. Es wird die T?r des Hauses sein, von dem Joseph F. Smith tr?umte, als er als Junge auf einem Berg in Hawaii schlief.

Gott segne Sie, meine lieben Br?der! Sprechen Sie mit dem Herrn im Gebet. Pflegen Sie das Verh?ltnis zu ihm, Sie sind von seiner Art. Er ist der Allm?chtige, der die Macht hat, uns emporzuheben und zu helfen. Ich bete darum, dass dies so sein m?ge. Im Namen Jesu Christi. Amen.