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177th Annual General Conference, April 2007

Lasst Tugend immerfort eure Gedanken zieren

Pr?sident Gordon B. Hinckley

Eurem Potenzial sind keine Grenzen gesetzt. Wenn ihr euer Leben in die Hand nehmt, ist die Zukunft voller Gelegenheiten und Freude.

Meine lieben Jungen Damen, was f?r ein wunderbarer Anblick ihr in diesem gro?en Saal doch seid. Ihr seid in Begleitung eurer M?tter, Gro?m?tter und eurer Lehrerinnen hier. Au?erhalb dieses Konferenzzentrums sind noch Hunderte und Tausende andere ?berall in der Welt versammelt. Sie werden uns in mehr als zwanzig Sprachen h?ren. Was wir sagen, wird in ihre Muttersprache ?bersetzt. Die Gelegenheit, zu euch zu sprechen, ist eine ?berw?ltigende Aufgabe. Aber es ist auch eine wunderbare Gelegenheit. Ich bete darum, dass der Heilige Geist mich bei dem, was ich sage, f?hren m?ge.

Andere sind bereits wortgewandt auf das Motto dieser Versammlung eingegangen. Ich erw?hne es nur. Es ist das offenbarte Wort des Herrn, das wir im 121. Abschnitt des Buches Lehre und B?ndnisse finden, und zwar:

?Lass Tugend immerfort deine Gedanken zieren; dann wird dein Vertrauen in der Gegenwart Gottes stark werden, und die Lehre des Priestertums wird auf deine Seele fallen wie der Tau vom Himmel.

Der Heilige Geist wird dein st?ndiger Begleiter sein und dein Zepter ein unwandelbares Zepter der Rechtschaffenheit und Wahrheit, und deine Herrschaft wird eine immerw?hrende Herrschaft sein, und ohne N?tigung wird sie dir zuflie?en f?r immer und immer.?(LuB 121:45,46.)

Kann man eine gr??ere Verhei?ung erlangen als diese bemerkenswerten Offenbarungsworte des Herrn? Dies sind die Worte Gottes, die dem Propheten Joseph Smith in einer Offenbarung gegeben wurden. Sie schlie?en eine herrliche Verhei?ung an all jene mit ein, die Tugend immerfort ihre Gedanken zieren lassen.

Ihr Jungen Damen steht an der Schwelle des Lebens. Ihr seid alt genug, dass ihr euch taufen lassen konntet. Ihr seid jung genug, dass die k?nftige Welt, von der ihr tr?umt, noch immer vor euch liegt. Jede ist ein Kind Gottes. Jede von euch ist ein g?ttliches Wesen. Ihr seid buchst?blich T?chter des Allm?chtigen. Eurem Potenzial sind keine Grenzen gesetzt. Wenn ihr euer Leben in die Hand nehmt, ist die Zukunft voller Gelegenheiten und Freude. Ihr k?nnt es euch nicht leisten, eure Talente oder eure Zeit zu vergeuden. Gro?artige M?glichkeiten liegen vor euch.

Ich gebe euch jetzt ein ganz einfaches Rezept, mit dem ihr euer Gl?ck sichern k?nnt, sofern ihr euch daran haltet. Es ist eine Anleitung in vier einfachen Schritten. Sie hei?en: 1.) beten, 2.) studieren, 3.) den Zehnten zahlen und 4.) die Versammlungen besuchen.

Beginnen wir mit dem ersten Punkt ? das pers?nliche Gebet. Ihr seid ja T?chter des himmlischen Vaters. Er ist euer Vater im Himmel. Sprecht mit ihm. Geht jeden Abend und Morgen auf die Knie und sagt ihm, wof?r ihr ihm von Herzen dankt. Sprecht von den Segnungen, die ihr euch w?nscht und braucht. Vergesst niemals, dass diese Kirche mit dem dem?tigen Gebet des Jungen Joseph Smith in einem W?ldchen auf der Farm seines Vaters ihren Anfang nahm. Aus diesem bemerkenswerten Erlebnis, das wir die erste Vision nennen, ist dieses Werk erwachsen, das heute in 160 L?ndern mit ?ber 12 Millionen Mitgliedern Fu? gefasst hat. Es ist die buchst?bliche Erf?llung der Vision Daniels von einem Stein, der sich ohne Zutun von Menschenhand vom Berg gel?st hat, um die ganze Erde zu erf?llen (siehe Daniel 2:44,45).

Ihr k?nnt nicht nur euer pers?nliches Gebet sprechen, sondern auch eure Eltern dazu anspornen, als Familie zu beten, wenn sie das nicht bereits tun. Das Gebet ist die Br?cke, ?ber die wir uns dem Vater im Himmel nahen. Es kostet nichts. Man muss lediglich Glauben haben und sich die M?he machen. Es gibt nichts Lohnenderes, als im dem?tigen Gebet zu knien. Es zeugt von Liebe zu Gott als demjenigen, der uns alles Gute gibt. Es zeugt von Selbstachtung. Es gibt keinen Ersatz daf?r. Es ist ein pers?nliches Gespr?ch mit Gott.

Der zweite Punkt auf meiner Liste ist das Studieren. Was umfasst dieses einfache Wort mit neun Buchstaben? Zun?chst ist da das Studium der heiligen Schriften. Vielleicht lest ihr das Alte Testament nur in Ausz?gen, aber es enth?lt gro?artige Lehren. Das Neue Testament ist eine Goldmine. Es enth?lt die vier Evangelien ? Matth?us, Markus, Lukas und Johannes ? sowie die Apostelgeschichte und andere Schriften. Versucht einfach, eines der Evangelien zu lesen ? vielleicht das Johannesevangelium. Wenn ihr damit fertig seid, nehmt das Buch Mormon zur Hand.

Vor zwei Jahren habe ich die ganze Kirche aufgefordert, das Buch Mormon bis zum Jahresende durchzulesen. Es ist erstaunlich, wie viele dies in die Tat umgesetzt haben. Jeder, der das getan hat, ist f?r seine M?he gesegnet worden. Als die Mitglieder sich in diesen weiteren Zeugen unseres Erl?sers vertieften, wurde ihr Herz belebt und ihr Geist ber?hrt. Einige von euch waren damals zu jung, um es durchzulesen, aber ihr seid nicht zu jung, um jetzt damit anzufangen.

Neben dem religi?sen Studium steht die Herausforderung, sich zu bilden. Nehmt euch jetzt, solange ihr noch jung seid, fest vor, euch so viel Bildung anzueignen, wie ihr nur k?nnt. Wir leben in einem sehr wettbewerbsorientierten Zeitalter, und diese Tendenz wird sich noch verst?rken. Bildung ist der Schl?ssel zum Tor der M?glichkeiten.

Ihr m?gt die Absicht haben zu heiraten und darauf hoffen, aber es ist nicht sicher, dass sich die Gelegenheit bieten wird. Und auch wenn ihr heiratet, wird euch Bildung von gro?em Nutzen sein. Lebt nicht einfach in den Tag hinein, ohne euch zu verbessern. Der Herr wird euch segnen, wenn ihr euch anstrengt. Euer Leben wird bereichert und euer Blickwinkel erweitert, wenn sich euer Verstand neuen Einsichten und neuem Wissen ?ffnet.

Der n?chste Punkt ist das Zehntenzahlen. Herrlich ist die Verhei?ung des Herrn in Bezug auf diejenigen, die den Zehnten zahlen. Er sagt in neuzeitlicher Offenbarung, dass sie ?nicht verbrannt werden? (siehe LuB 64:23).

Seine gro?artige Verhei?ung ist in den Worten Maleachis zu finden. Er sagt: ?Darf der Mensch Gott betr?gen? Denn ihr betr?gt mich. Doch ihr sagt: Womit betr?gen wir dich? Mit den Zehnten und Abgaben! ?

Bringt den ganzen Zehnten ins Vorratshaus, damit in meinem Haus Nahrung vorhanden ist. Ja, stellt mich auf die Probe damit, spricht der Herr der Heere, und wartet, ob ich euch dann nicht die Schleusen des Himmels ?ffne und Segen im ?berma? auf euch herabsch?tte.? (Maleachi 3:8,10.)

Dann spricht er weiter und sagt etwas sehr Interessantes. H?rt euch das an:

?Den Fresser wehre ich von euch ab, damit er nicht die Fr?chte eurer ?cker vertilgt und damit der Weinstock auf eurem Feld nicht ohne Ertrag bleibt, spricht der Herr der Heere.

Dann werden alle V?lker euch gl?cklich preisen; denn ihr seid ein gl?ckliches Land.? (Maleachi 3:11,12.)

Der Zehnte wird zwar mit Geld gezahlt, doch noch wichtiger ist, dass er auch mit Glauben gezahlt wird. Ich habe nie einen Menschen getroffen, der ehrlich den Zehnten zahlte und sich dar?ber beklagte. Vielmehr setzte er sein Vertrauen in den Herrn, und der Herr lie? ihn nie im Stich.

Als ich ein kleiner Junge war, nahm mein Vater uns alle jeden Dezember mit zur Zehntenerkl?rung zu Bischof Duncan, der auf der anderen Stra?enseite wohnte. Der Bischof hatte kein B?ro im Gemeindehaus, also musste er das Gesch?ftliche zu Hause erledigen. Wir sa?en dann alle in seinem Wohnzimmer, und er bat einen nach dem anderen ins Esszimmer. Unser Zehnter betrug vielleicht 25 Cents oder 50 Cents, aber es war der volle Zehnte. Er stellte eine Empfangsbest?tigung aus und vermerkte den Betrag im Gemeindebericht. Der Betrag war vielleicht so klein, dass die Berichtf?hrung mehr kostete, als was er einbrachte. Aber es wurde dadurch eine Gewohnheit geschaffen, die all die Jahre bestehen blieb. Mit dem Zahlen des Zehnten kamen unz?hlige Segnungen, wie der Herr es verhei?en hat.

Ich heiratete in der Zeit der Weltwirtschaftskrise, als Geld knapp war, aber wir zahlten unseren Zehnten, und irgendwie mussten wir nie hungern, und es mangelte uns auch nie an etwas, was wir brauchten.

Der vierte Punkt ? besucht die Versammlungen, die Abendmahlsversammlung. Es gibt keinen Ersatz daf?r, vom Abendmahl des Herrn zu nehmen. Es ist etwas Feierliches, Heiliges und Wunderbares, vom Brot und vom Wasser nehmen zu k?nnen, um des Leibes und des Blutes des Erretters der Menschheit zu gedenken.

Kein anderes Ereignis in der Geschichte der Menschheit ist von solch gro?er Tragweite wie das S?hnopfer unseres g?ttlichen Erl?sers. Nichts kommt dem gleich. Ohne es h?tte das Leben keinen Sinn. Es w?re eine Reise, die in einer Sackgasse endet.

Das S?hnopfer sichert uns ewiges Leben. Der Tod ist nicht das Ende, sondern vielmehr ein ?bergang in einen herrlicheren Daseinszustand.

All das kommt symbolisch darin zum Ausdruck, dass man vom Abendmahl nimmt. Alles Weitere in unseren Versammlungen ist ? gemessen an den Symbolen f?r das Opfer unseres Herrn ? von geringerer Bedeutung.

Wenn ihr diese vier Punkte beherzigt, verhei?e ich euch, dass euer Leben ertragreich sein wird, dass ihr sehr gl?cklich sein werdet und dass eure Leistungen in jeder Hinsicht herausragend und befriedigend sein werden.

M?ge der Herr euch segnen, meine lieben jungen Schwestern. M?ge sein Segen euch jederzeit und in allen Lebenslagen begleiten. Wir haben euch lieb. Wir beten f?r euch. M?ge der Himmel auf euch herabl?cheln. Darum bete ich dem?tig im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.