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177th Annual General Conference, April 2007

Vorrat und Vorsorge

Bischof Keith B. McMullin
Zweiter Ratgeber in der Pr?sidierenden Bischofschaft

Wir appellieren an die Priestertumstr?ger, einen ausreichenden Vorrat anzulegen, damit Sie und Ihre Familie die Wechself?lle des Lebens ?berstehen k?nnen.

Meine lieben Br?der, wie gesegnet sind wir doch, gemeinsam mit der Ersten Pr?sidentschaft und den Zw?lf Aposteln versammelt zu sein. Jeder anwesende Priestertumstr?ger, sei er 12 oder 112, kann dank unseres Erretters Jesus Christus die celestiale Ordnung des Lebens ererben, ?indem [er] die Gesetze und Verordnungen des Evangeliums [befolgt]?1. Dieser Gedanke ist wunderbar, und ich wei?, dass er wahr ist. Sie sind selbst f?r Ihr Leben verantwortlich!

Halten wir uns dies vor Augen, wenn wir die folgende Geschichte betrachten. Ein junger Mann, ehrgeizig und voller Tatkraft, schrieb sich an einer guten Universit?t ein. Zu dieser Zeit war er Priester im Aaronischen Priestertum. Sein Ziel war hoch gesteckt: Er wollte Arzt werden. Seine Absicht war ehrgeiziger Natur: Er wollte reich werden. Er wollte Football spielen, und so ging er zu den Trainern und wurde schlie?lich ins Team aufgenommen. Nun war er anerkannt und in der Position, ein wenig zu prahlen ?etwas, was einzig den Sportlern an einer Universit?t zusteht. So dachte er jedenfalls.

Er hatte jedoch kaum einen Gedanken an etwas verschwendet, was seine hochfliegenden, eitlen Pl?ne schlie?lich zunichte machen sollte ? er hatte es vers?umt, vorzusorgen. Er hatte ?bersehen, wie wichtig gute Vorbereitung, der regelm??ige Besuch aller Klassen, diszipliniertes Lernen und die Chemievorlesungen am College sind. Die Folgen traten schnell und unbarmherzig ein. Es dauerte weniger als 90 Tage. Es geschah folgenderma?en:

An dem Tag, als er zu Beginn eines Spiels mit seinen 1,85 Meter und 77 Kilo einem gigantischen St?rmer gegen?berstand, der zu den Topspielern der Universit?t geh?rte, wurde ihm klar, dass er den falschen Sport gew?hlt hatte.

Da er konzentriertes Lernen nicht gew?hnt war, versagten seine Augen und sein Verstand nach kurzer Zeit ?ber den B?chern den Dienst.

Was ihn dann vollends zu Fall brachte, war die Abschlusspr?fung in Chemie. Nur so viel sei gesagt: Seine wahllos angekreuzten Antworten auf die Multiple-Choice-Fragen erreichten nicht einmal ann?hernd den hierbei ?blichen Durchschnitt. Er versagte j?mmerlich.

Durch harte Arbeit, eine Mission, die ihm eine richtige Vorstellung vom Sinn des Lebens vermittelte, und best?ndige Vorbereitung ?berwand er schlie?lich die Folgen dieser kurzen Phase der Torheit. Jedoch noch heute habe ich Alptr?ume von dieser Chemievorlesung.

Gl?cklicherweise hat der Herr uns gezeigt, wie wir ?hnliche Torheit vermeiden k?nnen. Er hat gesagt:

?Horcht auf, o ihr Volk meiner Kirche ? Horcht auf, ihr V?lker von fern her, und die ihr auf den Inseln des Meeres seid, h?rt mitsammen zu. ?

Macht euch bereit, macht euch bereit f?r das, was kommen wird, denn der Herr ist nahe.?2

Die Lehre vom Zweiten Kommen des Messias bietet einen der besten Anreize, sich vorzubereiten und rechtschaffen zu leben. Der himmlische Vater wei?, dass eine versprochene Belohnung seine Kinder zu rechtschaffenen Werken ermutigt und dass angedrohte Strafen davon abschrecken, B?ses zu tun. Dieserart sind die Offenbarungen, die das Zweite Kommen unseres Herrn betreffen.3

Diese Offenbarungen sprechen von Zeichen und Wundern auf der Erde und am Himmel. Sie sagen schwierige Zeiten und bevorstehende Ereignisse von gewaltigem Umfang und langer Dauer voraus. Am wichtigsten aber ist, dass uns vom Himmel verhei?en wird:

?Der Herr [wird] ?ber seine Heiligen Macht haben und wird in ihrer Mitte regieren.?4

?Durch meine Vorhersehung, ungeachtet der Drangsal, die ?ber euch kommen wird, [kann] die Kirche unabh?ngig dastehen, ?ber allen anderen Gesch?pfen unterhalb der celestialen Welt.?5

Und: ?Wenn ihr bereit seid, werdet ihr euch nicht f?rchten.?6

Diese Verhei?ungen veranlassen Priestertumstr?ger, sich selbst und ihre Familie auf das Erscheinen des Herrn7 vorzubereiten. Es ist nicht n?tig, sich wegen der Ereignisse, die dem Zweiten Kommen vorangehen, Sorgen zu machen. Seien wir lieber von Herzen dankbar, dass wir wissen, was kommen wird. Wir wollen uns bewusst sein, dass wir f?r unser eigenes Leben selbst verantwortlich und Treuh?nder des Herrn ?ber alles sind, was er uns anvertraut hat.8 Das Rezept ist einfach: Seien Sie glaubenstreu. Entr?mpeln Sie Ihr Leben. Legen Sie einen Vorrat an.

Seien Sie glaubenstreu. Als Priestertumstr?ger ?ben wir uns in Sanftheit und freundlichen Worten. Wir sind M?nner, die beten, den Sabbat heilig halten und das Wort Gottes kennen. Wir zahlen den Zehnten, fasten und spenden ein gro?z?giges Fastopfer. Wir halten unsere B?ndnisse und weihen unser Leben dem Aufbau des Reiches Gottes.

Und, Br?der, wir legen einen Vorrat an! Wenn wir all dies tun, ?wird der Herr ?ber seine Heiligen Macht haben und wird in [unserer] Mitte regieren?.9

Entr?mpeln Sie Ihr Leben. Als M?nner Gottes wenden wir uns von Ma?losigkeit ab und hin zu allem, was erbaut, denn ?was nicht erbaut, das ist nicht von Gott?.10 Wenn Gesch?fte, Verpflichtungen, Ambitionen oder Termine uns davon abhalten, Gott an die erste Stelle zu setzen, m?ssen wir zur?ckschrauben und unser Leben entr?mpeln.11 Wenn wir Schulden haben, bezahlen wir sie ab und leben m?glichst schuldenfrei.

Und, Br?der, wir legen einen Vorrat an! Dann, ?durch [die] Vorhersehung [des Herrn], ungeachtet der Drangsal, ? [k?nnen] die Kirche [und ihre Mitglieder] unabh?ngig dastehen?.12

Legen Sie einen Vorrat an. Die Ehefrau leistet hierbei die meiste Arbeit, aber sie braucht einen Mann, der, was die Vorsorge der Familie betrifft, vorangeht. Kinder brauchen Eltern, die ihnen diese rechtschaffene Tradition vermitteln. Sie werden dies wiederum mit ihren Kindern tun, und ihr Vorrat wird nie ausgehen.

Es ist ein wichtiger Grundsatz des Evangeliums, sich auf Zeiten des Mangels vorzubereiten. Arbeit, Flei? und Sparsamkeit geh?ren zur k?niglichen Ordnung des Lebens. Denken Sie an folgende Worte des Paulus: ?Wer ? f?r seine Verwandten, besonders f?r die eigenen Hausgenossen, nicht sorgt, der verleugnet damit den Glauben und ist schlimmer als ein Ungl?ubiger.?13

Vor uns sitzen die drei pr?sidierenden Hohen Priester, die die Erste Pr?sidentschaft der Kirche bilden.

Pr?sident James E. Faust, der Zweiter Ratgeber, sagt uns: ?Vater und Mutter sind die Vorratsverwalter der Familie. Sie sollen alles lagern, was die Familie im Notfall gern dahaben w?rde ? [und] Gott [steht] uns auch in schweren Zeiten bei.?14

Pr?sident Thomas S. Monson, der Erste Ratgeber, sagt uns: ?Noch viel mehr Menschen k?nnten den st?rmischen Wellengang in ihren wirtschaftlichen Verh?ltnissen ausgleichen, wenn sie einen Jahresvorrat an Lebensmitteln anlegten ? und schuldenfrei w?ren. Heutzutage sieht es bei vielen so aus, dass sie den umgekehrten Weg gegangen sind: Sie haben mindestens einen Jahresvorrat an Schulden und sind lebensmittelfrei.?15

Pr?sident Gordon B. Hinckley, der Prophet des Herrn, sagt uns:

?Der beste Ort ?, an dem wir Lebensmittel lagern ? k?nnen, ist zu Hause. ?

Wir k?nnen dabei ganz klein anfangen. Wir k?nnen mit einem Wochenvorrat beginnen, ihn dann auf einen Monat ausweiten und dann auf drei. ? Ich f?rchte jedoch, dass so viele der Meinung sind, ein Langzeitvorrat sei unerschwinglich, dass sie sich ?berhaupt nicht darum bem?hen.

Fangen Sie klein an, ? und arbeiten Sie allm?hlich auf ein realistisches Ziel hin.?16

Inspirierte Vorbereitung beruht auf der Grundlage des Glaubens an Jesus Christus, des Gehorsams und einer vorausschauenden Lebensweise. Die Mitglieder sollen nicht in Extreme verfallen, aber sie m?ssen damit anfangen.

Wir appellieren an die Priestertumstr?ger, einen ausreichenden Vorrat anzulegen, damit Sie und Ihre Familie die Wechself?lle des Lebens ?berstehen k?nnen. Bitte sorgen Sie daf?r, dass alle, die Ihrer Obhut anvertraut sind, diese zwei Brosch?ren mit dem Titel Bereitet alles vor, was n?tig ist erhalten. Legen Sie ihnen ans Herz, jetzt f?r st?rmische Zeiten in der Zukunft vorzusorgen.

Priestertumsf?hrer, beauftragen Sie die FHV, ?ber Vorbereitung in der Familie und Hauswirtschaft zu sprechen. Die Frauen in der Kirche brauchen Ihre Unterst?tzung und werden Ihrem Rat folgen.

Fordern Sie unsere Mitglieder auf, ihren Vorrat zu Hause regelm??ig mit nahrhaften Grundnahrungsmitteln und Trinkwasser aufzustocken. Sie sollen etwas Geld zur?cklegen, und seien es nur einige M?nzen pro Woche. Auf diesem einfachen Weg k?nnen sie schon bald zu einer Reserve f?r mehrere Monate gelangen. Mit der Zeit k?nnen sie diese bescheidenen Anf?nge ausweiten und einen Vorrat f?r den l?ngerfristigen Bedarf anlegen, indem sie wichtige Nahrungsmittel wie Getreide, H?lsenfr?chte und andere Grundnahrungsmittel einlagern, die ihr ?berleben sichern k?nnen, falls sie nichts anderes zu essen haben.17

Wenn wir unser Allerbestes geben, k?nnen wir darauf vertrauen, dass ?der Mehltopf ? nicht leer werden und der ?lkrug nicht versiegen?18 wird. Wir werden uns an gr??erer Weisheit, Sicherheit, mehr Frieden im Herzen und pers?nlichem Wohlergehen erfreuen. Wir werden vorbereitet sein, und weil wir vorbereitet sind, werden wir uns nicht f?rchten.19

Zum Abschluss m?chte ich Ihnen die Familie Luca und Patrizia Vaccarono vorstellen. Sie leben in einer kleinen Stadt in der N?he von Rom. K?rzlich schrieben sie in einem Brief:

?Nachdem wir etwas Erfahrung gesammelt hatten, erkannten wir, dass es wichtig ist, all das einzulagern, was wir auch verwenden. Manchmal m?ssen wir unsere Essgewohnheiten bei bestimmten Nahrungsmitteln ?ndern. ?

Ein Gef?hl des Friedens und der Wunsch, das Gebot treu zu befolgen, das der Herr uns durch den heutigen Propheten gegeben hat, helfen uns, den Heiligen Geist zu sp?ren, ? keine Furcht zu haben und zu erkennen, dass die Zeichen der Zeit f?r das Zweite Kommen des Herrn ein Segen sind und nichts, wovor wir Angst haben m?ssen. Wir freuen uns dar?ber. ? Es motiviert uns, glaubenstreu zu sein und bis zum Ende auszuharren, errettet zu werden und schlie?lich ewiges Leben zu erlangen.?20

Zum Schluss schreibt Bruder Vaccarono: ?Bitte entschuldigen Sie mein Englisch. Ich hoffe, Sie verstehen, was ich Ihnen erkl?ren wollte.? Bruder und Schwester Vaccarono, wir verstehen, denn es steht geschrieben: ?Mit ganzem Herzen vertrau auf den Herrn, bau nicht auf eigene Klugheit; such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann ebnet er selbst deine Pfade.?21 Im Namen Jesu Christi. Amen.


Notes

  1. Siehe 3. Glaubensartikel.
  2. LuB 1:1,12
  3. Siehe Bruce R. McConkie, Doctrinal New Testament Commentary, 3 B?nde, 1966?1973, 1:677f.
  4. LuB 1:36
  5. LuB 78:14
  6. LuB 38:30
  7. Siehe 2 Timotheus 4:8; LuB 133:50,52
  8. Siehe LuB 104:13-17
  9. LuB 1:36
  10. LuB 50:23
  11. Siehe Doctrinal New Testament Commentary, 1:675f.; Schriftenf?hrer, Joseph-Smith-?bersetzung, Matth?us 6:38
  12. LuB 78:14
  13. 1 Timotheus 5:8; siehe auch 1 Timotheus 6:19; LuB 29:34; ?Die Familie ? eine Proklamation an die Welt?, Liahona, Oktober 2004, Seite 49; Joseph F. Smith bei der Herbst-Generalkonferenz 1900; Bruce R. McConkie, The Mortal Messiah: From Bethlehem to Calvary, 4 B?nde, 1979?1981, 2:155
  14. ?Die Verantwortung f?r das eigene Wohlergehen ruht auf mir selbst und auf meiner Familie?, Der Stern, 1986, 112. Jahrgang, Nummer 6, Seite 19
  15. ?That Noble Gift ? Love at Home?, Church News, 12. Mai 2001, Seite 7
  16. ?An die M?nner des Priestertums?, Liahona, November 2002, Seite 58
  17. Siehe The Teachings of Harold B. Lee, Hg. Clyde J. Williams, 1996, Seite 314
  18. 1 K?nige 17:14; siehe auch Vers 8-16
  19. LuB 38:30
  20. Brief vom 3. M?rz 2007
  21. Sprichw?rter 3:5,6