Elder Daniel L. Johnson
von den Siebzigern
Meine Worte heute Nachmittag sollen eine Einladung an diejenigen sein, die noch kein Zeugnis davon haben, den vollen Zehnten zu zahlen. Es werden mannigfache Gr?nde genannt, weshalb man keinen Zehnten zahlen kann – unvermutete Arztrechnungen, Schulden, Reparaturen am Auto oder am Haus, Ausgaben f?r die Ausbildung oder Zahlungen an Versicherungen. Vor solch einem tats?chlichen Dilemma stehen viele, wenn nicht die meisten von uns, immer wieder. Dergleichen belastet unsere begrenzten finanziellen Mittel, und wenn wir diese nicht weise verwalten, kann das dazu f?hren, dass wir unserer Verpflichtung gegen?ber dem Herrn, den Zehnten zu zahlen, nicht nachkommen k?nnen. Eine Missachtung dieses ewigen Gesetzes darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Sie kann nicht nur unserem geistigen Wachstum und Fortschritt ernsthaft schaden, sondern auch die greifbaren, zeitlichen Segnungen einschr?nken, die wir andernfalls genie?en k?nnten.
Pr?sident Spencer W. Kimball hat einmal gesagt: „Der Herr hat hier unmissverst?ndlich klargemacht, dass der Zehnte sein Gesetz ist, das alle halten m?ssen, die seine J?nger sein wollen. Es ist eine Ehre und ein Vorzug und es bedeutet f?r uns Schutz und Verhei?ung und ist ein gro?er Segen, dass wir dieses Gesetz Gottes befolgen d?rfen. Wenn wir dieser Verpflichtung nicht zur G?nze nachkommen, bedeutet dies, dass wir uns Verhei?ungen vorenthalten und etwas Schwerwiegendes unterlassen. Es ist eine ?bertretung und kein belangloses Versehen.“1
Was ist also der Zehnte? Der Herr hat uns seine Definition gegeben: „Und das soll der Anfang des Zehnten meines Volkes sein. Und danach sollen diejenigen, die so gezehntet worden sind, j?hrlich ein Zehntel all ihres Ertrags bezahlen; und das soll f?r sie ? ein feststehendes Gesetz sein immerdar.“2 Bitte beachten Sie, dass der Zehnte nicht einfach eine freiwillige Gabe ist, er ist auch nicht ein Zwanzigstel oder sonst ein Bruchteil unseres j?hrlichen Ertrags oder Einkommens.
Pr?sident Howard W. Hunter hat dies folgenderma?en ausgedr?ckt: „Das Gesetz wird ganz einfach erkl?rt. Es hei?t ?ein Zehntel all ihres Ertrags?. Ertrag bedeutet Gewinn, Verg?tung, Zuwachs. Es ist der Lohn eines Angestellten, der Gewinn eines Unternehmens, der Ertrag, den man durch Anbau oder Produktion erzielt, oder das Einkommen, das man aus sonstigen Quellen bezieht. Der Herr hat gesagt, es sei ein ?immerdar? feststehendes Gesetz, wie es dies auch in der Vergangenheit bereits gewesen ist.“3
Wof?r wird der Zehnte verwendet? Glaubenstreue Mitglieder der Kirche zahlen den Zehnten an jemanden aus der Pr?sidentschaft ihres Zweigs oder aus der Bischofschaft ihrer Gemeinde. Auf Weisung des Propheten des Herrn werden diese Gelder dann gesammelt und dazu verwendet, das Wachstum und die Entwicklung der Kirche in der ganzen Welt zu finanzieren. Zehntengelder werden beispielsweise f?r den Tempelbau, die Finanzierung der Missionsarbeit in aller Welt, f?r Bau und Betrieb von Gemeindeh?usern und weitere angemessene Zwecke verwendet.
Warum verlangt der Herr, dass sein Volk den Zehnten zahlt? Der Herr ist unser Vater, und als unser Vater liebt er uns. Weil er uns liebt, m?chte er uns sowohl in zeitlicher als auch in geistiger Hinsicht segnen. H?ren Sie sich einige seiner Aussagen aus den heiligen Schriften an: „Horcht auf und vernehmt, o ihr mein Volk, spricht der Herr und euer Gott, ihr, die ich voll Freude mit der gr??ten aller Segnungen segne.“4 Und eine weitere: „Denn so spricht der Herr: Ich, der Herr, bin barmherzig und gn?dig zu denen, die mich f?rchten, und es freut mich, die zu ehren, die mir in Rechtschaffenheit und in Wahrheit bis ans Ende dienen.“5
Damit der Herr seine Kinder auch gerecht und unparteiisch segnen kann, hat er Gesetze erlassen, auf denen die Segnungen beruhen, die wir nach seinem Willen genie?en sollen. Weshalb es grunds?tzlich solche Gesetze gibt, hat der Herr dem Propheten der Wiederherstellung offenbart: „Es gibt ein Gesetz, das im Himmel vor den Grundlegungen dieser Welt unwiderruflich angeordnet wurde und auf dem alle Segnungen beruhen – und wenn wir irgendeine Segnung von Gott erlangen, dann nur, indem wir das Gesetz befolgen, auf dem sie beruht.“6 Und weiter: „Ich, der Herr, bin verpflichtet, wenn ihr tut, was ich sage; tut ihr aber nicht, was ich sage, so habt ihr keine Verhei?ung.“7
Der Herr wusste von Anfang an, dass wir, seine Kinder, im Erdenleben zeitlichen und geistigen Widrigkeiten ausgesetzt sein werden. Dieses Ungemach ist n?mlich ein entscheidender Teil unserer irdischen Pr?fungszeit. Der Herr wusste, dass wir seine Segnungen unser ganzes Leben hindurch brauchen – nicht nur, damit wir unsere Pr?fungen bestehen, sondern auch, damit wir in gewissen Ausma? auch Annehmlichkeiten und sogar Wohlstand genie?en k?nnen.
Aus diesem Grund haben wir das Gesetz des Zehnten, das von Anfang an bestanden hat. Aus den heiligen Schriften wissen wir, dass Abraham wegen seines Gehorsams diesem Gesetz gegen?ber gesegnet worden ist, und wir haben jetzt das gleiche Gesetz; das hat der Erretter erneut bekr?ftigt, als er den Bewohnern des amerikanischen Kontinents vor fast zweitausend Jahren erschienen ist:
„Bringt den ganzen Zehnten in das Vorratshaus, damit Nahrung in meinem Hause sei; und pr?ft mich nun hiermit, spricht der Herr der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels ?ffnen und euch Segen herabsch?tten werde, dass nicht genug Raum sein wird, ihn aufzunehmen.
Und ich werde um euretwillen den Fresser zurechtweisen, und er wird die Fr?chte eures Bodens nicht vernichten; auch wird euer Weinstock auf den Feldern seine Frucht nicht vor der Zeit abwerfen, spricht der Herr der Heerscharen.
Und alle Nationen werden euch gesegnet nennen, denn ihr werdet ein angenehmes Land sein, spricht der Herr der Heerscharen.“8
Was f?r ein wunderbares Gesetz! Er, der nicht nur die Macht und die Mittel besitzt, sondern auch den Wunsch hat, seine Kinder in zeitlicher und geistiger Hinsicht zu segnen, hat uns den Schl?ssel zu den Segnungen gegeben, die wir sowohl brauchen als auch ersehnen. Dieser Schl?ssel ist das Gesetz des Zehnten. Es ist so, wie Pr?sident James E. Faust gesagt hat: „So mancher meint, er k?nne es sich nicht leisten, den Zehnten zu zahlen, aber der Herr hat verhei?en, dass er einen Weg bereitet, sodass wir alle seine Gebote befolgen k?nnen. Den Zehnten zu zahlen erfordert anfangs eine m?chtige Glaubensanstrengung ? Wir lernen etwas ?ber den Zehnten, indem wir ihn zahlen. Ich glaube sogar, dass es m?glich ist, der Armut zu entkommen, wenn man so viel Glauben hat, dass man dem Herrn einen Teil des Wenigen zur?ckgibt, was man hat.“9 Br?der und Schwestern, wir m?ssen einfach nur das Gesetz befolgen.
Meine Aufforderung an Sie: Diejenigen, die den Zehnten noch nicht voll zahlen, lade ich ein, heute damit zu beginnen, durch Ihre ?rtlichen Priestertumsf?hrer dem Herrn den vollen Zehnten zu zahlen. Ich lade Sie ein, zuerst dem Herrn den Zehnten zu zahlen, bevor Sie irgendwelchen anderen finanziellen Verpflichtungen nachkommen. Ich lade Sie ein, Ihr Vertrauen in den Herrn zu setzen und, wie er selbst gesagt hat, ihn hiermit zu pr?fen.10 Wenn Sie dies tun und die Pflicht, dem Herrn den Zehnten zu zahlen, vor s?mtliche weitere finanziellen Verpflichtungen stellen, dann werden Sie wahrhaftig Zeuge der unvergleichlichen Macht des Herrn sein, wenn er n?mlich die Fenster des Himmels ?ffnet und Segen herabsch?ttet, „dass nicht genug Raum sein wird, ihn aufzunehmen“.11 Dann haben Sie selbst ein Zeugnis von diesem ?u?erst heiligen Gesetz des Zehnten, und wenn Sie diesem Gesetz weiterhin treu sind, wird es Sie dem Herrn immer n?her bringen.
Diejenigen, die bereits den Zehnten voll zahlen, m?chte ich f?r ihre Glaubenstreue loben. Sie sind bereits Zeuge und haben selbst ein Zeugnis davon, dass der Herr seine Verhei?ungen erf?llt, wenn man dieses Gebot befolgt. Jedes Mal, wenn Sie den Zehnten zahlen, verpflichten Sie sich noch st?rker dem Herrn gegen?ber.
Ich gebe Ihnen mein festes Zeugnis vom Gesetz des Zehnten – davon, dass die Verhei?ungen wirklich in Erf?llung gehen, die der Herr im Zusammenhang mit diesem Gesetz gegeben hat. Ich wei? aus eigener Erfahrung, dass die Segnungen tats?chlich kommen, und daf?r bin ich au?erordentlich dankbar. Im Namen Jesu Christi. Amen.