Elder Marcus B. Nash
von den Siebzigern
Als ich ein Diakon war, wie viele von euch jungen M?nnern es sind, wanderte ich mit meinem Vater zu einem Bergbach, um Forellen zu angeln. Als mein Vater den K?der am Haken am Ende meiner Angel befestigte, erkl?rte er mir, dass ich den Haken im Maul des Fisches setzen m?sse, wenn dieser versuche, den K?der zu schnappen. Andernfalls w?rde er davonschwimmen. Ich verstand nicht, was es bedeutet, den Haken zu setzen, deshalb erkl?rte er mir, dass der Haken sich im Maul des Fisches verankern m?sse, wenn dieser nach dem K?der schnappe. Dann k?nne der Fisch den Haken nicht mehr absch?tteln. Der Haken w?rde dadurch gesetzt, dass man die Angelrute schnell zur?ckz?ge, wenn der Fisch nach dem K?der schnappe. Ich wollte auf jeden Fall einen Fisch fangen, deshalb stand ich gespannt wie eine Feder am Rande des Bergbachs, die Muskeln angespannt, und wartete auf die verr?terische Bewegung am anderen Ende meiner Angelrute, die mir signalisieren w?rde, dass ein Fisch nach dem K?der schnappte. Nach einigen Minuten bemerkte ich eine Bewegung am Ende meiner Angel, und genau in diesem Augenblick riss ich sie mit aller Kraft zur?ck in meine Richtung, da ich einen gro?en Kampf mit dem Fisch erwartete. Zu meiner ?berraschung sah ich, wie diese arme Forelle ? der Haken war nun sehr fest in ihrem Maul gesetzt ? aus dem Wasser in die Luft ?ber meinen Kopf geschleudert wurde und hinter mir zappelnd auf dem Boden landete.
Bei diesem Erlebnis habe ich zwei Beobachtungen gemacht. Erstens: Einem Fisch geht es au?erhalb des Wassers erb?rmlich. Seine Kiemen, seine Flossen und der Schwanz m?gen im Wasser gut funktionieren, aber an Land sind sie v?llig nutzlos. Zweitens: Dieser ungl?ckliche Fisch, den ich damals fing, ging zugrunde, weil er get?uscht wurde und etwas sehr Gef?hrliches ? ja Todbringendes ? f?r lohnend oder wenigstens ausreichend faszinierend hielt, dass es einen genaueren Blick darauf und einen kleinen Bissen davon rechtfertigte.
Meine lieben Br?der des Aaronischen Priestertums, es gibt ein paar Lehren, die wir daraus ziehen k?nnen. Erstens: Wie Lehi es sagte, besteht ein grundlegender Zweck eures Lebens darin, Freude zu haben (siehe 2 Nephi 2:25). Um Freude haben zu k?nnen, m?sst ihr begreifen, dass ihr als Kind des himmlischen Vaters g?ttliche Z?ge und geistige Bed?rfnisse geerbt habt ? und so, wie ein Fisch Wasser ben?tigt, ben?tigt ihr das Evangelium und den Heiligen Geist als Begleiter, um wahrhaft tief gl?cklich zu sein. Weil ihr von Gott abstammt (siehe Apostelgeschichte 17:28), ist es unvereinbar mit eurer ewigen Natur, falsch zu handeln und euch dabei gut zu f?hlen. Das funktioniert nicht. Es ist sozusagen ein Teil eurer geistigen DNA, dass ihr nur in demselben Ma?e, wie ihr das Evangelium lebt, auch Friede, Freude und Gl?ck haben k?nnt.
Im Gegensatz dazu werdet ihr genau in dem Ma?e, in dem ihr euch entscheidet, nicht nach dem Evangelium zu leben, ebenso elend sein wie ein Fisch au?erhalb des Wassers (siehe Mosia 4:30). Alma sagte Folgendes zu seinem Sohn Korianton:
?Siehe, ich sage dir, schlecht zu sein hat noch nie gl?cklich gemacht.
Und nun mein Sohn, alle Menschen, die ? in einem fleischlichen Zustand sind, ? sind ohne Gott in der Welt, und sie haben sich gegen die Natur Gottes gewandt; darum sind sie in einem Zustand, der der Natur des Gl?cklichseins entgegen ist.? (Alma 41:10,11.)
Beachtet, dass ?ohne Gott in der Welt? zu sein ? in anderen Worten, sich zu weigern, das Evangelium zu leben, und deshalb den Geist nicht als Begleiter zu haben ? ein Zustand ist, der im Gegensatz zur Natur des Gl?cklichseins steht. Das Evangelium Jesu Christi ist in der Tat der gro?e Plan des Gl?cklichseins! Beachtet bitte, dass es sich hier um die Einzahl handelt. Das bedeutet, dass es der einzige ist (siehe Alma 42:8). Wenn ihr eine andere Lebensweise w?hlt oder versucht, nur die Teile des Evangeliums zu leben, die euch bequem erscheinen, kostet euch diese Wahl die volle, strahlende Freude und das Gl?ck, das euch der liebende Vater im Himmel und sein Sohn zugedacht haben.
Nun zur zweiten Lektion aus meinem Angelerlebnis: So, wie ein Fisch in einem Bergbach auf die ihm in den Weg gelegten K?der achten muss, um zu vermeiden, dass er aus dem Wasser gezogen wird, m?ssen wir, ihr und ich, weise sein, um zu vermeiden, dass wir aus einem gl?cklichen Leben, das auf das Evangelium ausgerichtet ist, weggezogen werden. Denkt daran, wie Lehi es schon sagte, dass der Teufel danach trachtet, ?dass alle Menschen so elend seien wie er selbst? und er ?Macht erlangt, gefangen zu nehmen?, wenn wir uns auf Unreines und Schlechtes einlassen (2 Nephi 2:27,29). Deshalb: Lasst euch zu keinem einzigen Bissen von etwas Unw?rdigem hinrei?en, denn der Satan steht schon bereit, um den Haken zu setzen. Genau dieses Risiko, dass der Haken raffiniert oder pl?tzlich gesetzt wird, veranlasste den Propheten Moroni in alter Zeit ? und er sah tats?chlich unsere Zeit (siehe Mormon 8:35) ?, euch und mich so deutlich zu ermahnen, ?weder die b?se Gabe, noch das, was unrein ist, anzur?hren? (Moroni 10:30; Hervorhebung hinzugef?gt).
In der Musik, im Internet, in Filmen, in Illustrierten und im Alkohol, in Drogen und im Tabak gibt es vieles, was schlecht und unrein ist. Was all das betrifft, was schlecht und unrein ist, meine jungen Freunde, fasst es nicht einmal an! In all dem ist ein Haken, der raffiniert und viel pl?tzlicher gesetzt wird, als ihr es euch vorzustellen wagt ? und es kann ein ?u?erst schmerzhafter Prozess sein, den Haken zu entfernen. Alma beschrieb, dass der Umkehrprozess ?beinah bis zum Tod? f?hrte (Mosia 27:28); er sagte sogar: ?Es konnte nichts so au?erordentlich und so bitter sein, wie meine Qualen es waren.? (Alma 36:21.)
Einige von euch hatten vielleicht schon mit dem, was schlecht oder unrein ist, zu tun. Sch?pft Hoffnung aus der Lehre und historischen Tatsache, dass Almas Glauben an den Herrn ihn zur Umkehr f?hrte, und er als Folge seiner Umkehr solche Freude durch die Macht des S?hnopfers Christi erfuhr, dass gem?? seiner Worte ?nichts so au?erordentlich und so s?? sein [kann] wie meine Freude? (Alma 36:21). Diese Erfahrung werdet ihr auch machen, wenn ihr durch Umkehr den Herrn sucht.
Jeder von uns muss in dem einen oder anderen Ma?e umkehren. Umkehren bedeutet, dass ihr wirkliche ?nderungen in eurem Leben vornehmt, die der Erretter von euch erwartet, damit ihr gl?cklich sein k?nnt. Umkehr ist der gro?artige befreiende Grundsatz des Evangeliums. Wenn euer Glaube an den Herrn Ver?nderungen bei euch bewirkt, dann f?hrt dieses Tun von eurer Seite, wie Helaman sagt, ?zur Macht des Erl?sers, zur Errettung [eurer] Seele? (Helaman 5:11). Wenn ihr bestrebt seid, euch zu ?ndern, dann denkt daran, dass unser liebender Erretter, wie Alma sagt, ?alle Macht hat, einen jeden Menschen zu erretten, der an seinen Namen glaubt und Frucht hervorbringt, die der Umkehr entspricht? (Alma 12:15). Dies ist eine machtvolle Lehre, die frei macht und mit Hoffnung erf?llt!
Der Prophet Joseph Smith erfuhr aus erster Hand, dass der Herr von uns erwartet, dass wir Elend vermeiden, wenn wir nach seinem Evangelium leben, und dass er uns zu verstehen geben m?chte, dass wir umkehren k?nnen. Als er die 116 Seiten des ?bersetzungsmanuskriptes des Buches Mormon verlor, weil er den ?berredungen der Menschen nachgegeben hatte, f?hlte sich Joseph Smith elend. Der Herr sagte ihm: ?So h?ttest du doch treu sein sollen; dann h?tte [Gott] seinen Arm ausgestreckt und dich gegen all die feurigen Pfeile des Widersachers gest?rkt; und er h?tte dir in allen Zeiten der Beunruhigung beigestanden.? (LuB 3:8.) Das trifft auch auf jeden von euch jungen M?nnern zu. Seid treu, und die Hand Gottes wird euch unterst?tzen. Der Prophet wurde dann daran erinnert, dass ihm ? wie jedem von uns ? vergeben w?rde, wenn er umkehrte. Stellt euch vor, welche Freude er empfunden hat, als er den Herrn sagen h?rte: ?Doch denke daran, Gott ist barmherzig; darum kehre um von dem, was du getan hast, was gegen das Gebot ist, das ich dir gegeben habe, dann bist du noch immer erw?hlt.? (LuB 3:10.)
Ich fordere einen jeden von euch heute Abend auf, nach dem Evangelium zu leben, um wahrhaft gl?cklich zu sein. Meidet das Schlechte und das Elend, das es mit sich bringt; und wenn ihr mit etwas Schlechtem und Unreinem zu tun habt, dann vollzieht die Ver?nderungen, die der Herr von euch erwartet, damit ihr gl?cklich sein k?nnt ? und ich bezeuge, dass er euch durch seine unvergleichliche Macht bef?higt, erfolgreich zu sein.
Wenn ihr diese Aufforderung annehmt, werdet ihr dauerhaftes Gl?cklichsein ernten und die Grundlage eures Leben auf dem Fels unseres Erl?sers bauen, sodass die Pfeile des B?sen und die St?rme der Welt, wenn sie euch angreifen ? wie Helaman sagte ? ?keine Macht ?ber euch haben [werden], euch in den Abgrund des Elends und des endlosen Wehs hinabzuziehen, und zwar wegen des Felsens, auf den ihr gebaut seid, der eine sichere Grundlage ist, und wenn die Menschen auf dieser Grundlage bauen, k?nnen sie nicht fallen? (Helaman 5:12; Hervorhebung hinzugef?gt). Ich gebe vom Herrn Jesus Christus aus tiefstem Herzen Zeugnis: Er ist der Fels, die einzig sichere Grundlage des Gl?cklichseins und der Heilung. Er lebt, hat alle Macht im Himmel und auf Erden, kennt euch beim Namen und liebt euch. Im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.