Elder Larry W. Gibbons
von den Siebzigern
Als ausgebildeter Mediziner best?rkt mich meine Kenntnis von der Komplexit?t, Ordnung und Harmonie des menschlichen K?rpers in meinem Glauben an einen Sch?pfer. Ich glaube an Gott. Ich glaube daran, dass er uns erschaffen hat.
Im Gegensatz zum Glauben an einen Sch?pfer steht der Glaube, dass Leben irgendwie von selbst durch Zufall entstanden ist. Das glaube ich nicht.
Und wenn Gott uns erschaffen hat, w?re es doch unlogisch, dass er uns allein l?sst. Dann ist es naheliegend, dass er uns F?hrung gibt. Zum Teil erhalten wir diese F?hrung durch das, was wir Gebote nennen.
Die Gebote sind nicht gegeben worden, um uns zu belasten oder einzuschr?nken. Sie sind vielmehr Wegweiser von einem allweisen Vater im Himmel, die uns vor Schwierigkeiten bewahren, die uns in diesem Leben die F?lle des Gl?cks bringen und die uns sicher zu ihm nach Hause zur?ckbringen.
1994 hat Rabbi Harold S. Kushner in einer Ansprache an der Brigham-Young-Universit?t gesagt:
„Ich bin ein traditioneller Jude und lebe nach den biblischen Ern?hrungsgesetzen. ? Vermutlich meinen die meisten von Ihnen, dass ich den ganzen Tag lang umhergehe und mir sage: ?Mensch, wie gern w?rde ich ein Schweinskotelett essen, aber dieser gemeine, alte Gott l?sst mich nicht.? Aber nein. In Wirklichkeit ? gehe ich den ganzen Tag umher und sage: ?Ist es nicht unglaublich?? Da leben f?nf Milliarden Menschen auf diesem Planeten und Gott k?mmert sich darum, was ich zu Mittag esse [und] und welche Ausdr?cke ich benutze.?
? Ich werde nicht dadurch eingeschr?nkt, dass mir gesagt wird, dass es manches gibt, was ich nicht tun darf, weil es falsch ist. Vielmehr erweitert es meinen Horizont.“1
Elder Henry B. Eyring hat das in der ersten weltweiten F?hrerschaftsversammlung noch besser zum Ausdruck gebracht: „Der Herr hat uns seine W?rdigkeitsma?st?be nicht gegeben, um uns von sich fernzuhalten, sondern um uns zu sich zu ziehen.“2
Br?der und Schwestern, das Halten der Gebote ist f?r dieses Leben und f?r das n?chste von entscheidender Bedeutung. Um f?r das celestiale Reich und die Freude, die dort herrscht, w?rdig zu sein, m?ssen wir die Gebote halten!
Der einzige Ma?stab, der f?r uns bedeutsam ist, ist ein celestialer Ma?stab. In Lehre und B?ndnisse lesen wir: „Denn wer nicht imstande ist, nach dem Gesetz eines celestialen Reiches zu leben, kann nicht in einer celestialen Herrlichkeit leben.“3 So einfach ist das! Aber wir brauchen nicht darauf zu warten, celestiale Freude zu erleben. Das Halten der Gebote bringt hier und jetzt Freude.
Ich f?rchte, dass sich zu viele von uns nicht ganz verpflichtet haben, alle Gebote zu halten. Diese Heiligen sind nicht bereit, die Welt g?nzlich hinter sich zu lassen. Sie z?gern.
In der Priestertumsf?hrerschaftsversammlung einer Regionskonferenz sangen wir das Lied „Ihr ?ltesten Israels“. Der Refrain enth?lt die Zeile „Aus Babylon, aus Babylon wir ziehen nun aus“4. Nach dem Lied sprach Elder Neal A. Maxwell und ?u?erte den Gedanken, dass der Auszug aus Babylon tats?chlich eine unserer Herausforderungen ist und dass zu viele von uns dort ein Ferienh?uschen behalten m?chten5.
Wir k?nnen nicht mit einem Fu? in der Kirche und einem Fu? in der Welt stehen. Ein Grund daf?r ist der, dass die Welt und die Kirche rasch immer weiter auseinanderdriften. Wir w?rden das Gleichgewicht verlieren.
Wir wissen, dass „niemand ? zwei Herren dienen [kann]“6. Einige, so f?rchte ich, wollen das tun, was Pr?sident Marion G. Romney so beschrieben hat: „Sie versuchen, dem Herrn zu dienen, ohne den Teufel zu beleidigen.“7
Jesus hat gelehrt: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.“8
Wie verlieren wir unseren Geschmack? Eine M?glichkeit besteht darin, dass wir aufh?ren, uns von der Welt zu unterscheiden. Viele in der Kirche treiben immer mehr auf die Welt zu, sie sehen ihr immer ?hnlicher und werden es auch. Wir d?rfen uns nicht treiben lassen.
Elder Robert D. Hales hat gesagt: „Als Heilige der Letzten Tage d?rfen wir nicht so aussehen wie die Welt. Wir d?rfen uns nicht so wie die Welt unterhalten. Unsere Gewohnheiten sollen anders sein. Unsere Freizeitbesch?ftigungen sollen anders sein.“9
In dieser Zeit des sittlichen Relativismus m?ssen wir vorbereitet sein, Stellung zu beziehen und zu sagen: „Das ist richtig, und das ist falsch.“ Wir d?rfen nicht mit dem Strom schwimmen! Nat?rlich schlage ich nicht vor, dass wir in die Wildnis ziehen und unsere T?r verschlie?en. Wir k?nnen in der Welt sein, in die Schule und zur Arbeit gehen, uns lohnenden Vereinen im Gemeinwesen anschlie?en und so weiter. Aber wir m?ssen uns an die Ma?st?be des Herrn halten.
Ich habe einen lieben Freund, der ein angesehener Arzt ist. Er schreibt regelm??ig einen landesweit ver?ffentlichten Artikel ?ber Gesundheit. Darin befasst er sich oft mit Ern?hrung. Er hat ein Problem. Er liebt Doughnuts; sie sind k?stlich, aber normalerweise z?hlen sie nicht zu den nahrhaftesten Lebensmitteln der Welt.
Um dieses Dilemma zu l?sen, hat er etwas erfunden, was er seine 80- zu-20-Ern?hrungstheorie nennt. Diese Theorie besagt Folgendes: Wenn Sie sich zu 80 Prozent absolut richtig ern?hren, k?nnen Sie die restlichen 20 Prozent essen, was Sie wollen.
Vielleicht stimmt das bei der Ern?hrung, aber der Grundsatz 80 zu 20 ist nicht annehmbar, wenn es um Gl?cksspiel, Pornografie oder Ehrlichkeit geht. Br?der und Schwestern, sind wir manchmal 80-zu-20-Mitglieder der Kirche?
Denken Sie einmal an eine Schwester, die den Sabbat heilig h?lt, au?er wenn sie etwas einkaufen muss. Oder an den Bruder, der in all seinen Handlungen ehrlich ist, bis er dem Drang nicht widerstehen kann, bei den Steuerabz?gen zu ?bertreiben, weil er so ?ber 1000 Dollar spart. Oder an den Vater, der liebevoll und freundlich mit seiner Frau und seinen Kindern umgeht, es sei denn, er hatte einen schweren Tag im B?ro.
Br?der und Schwestern, verkaufen wir doch unser Ferienh?uschen in Babylon und werden wir nicht nur fast, sondern ganz und gar Heilige der Letzten Tage.
In der Joseph-Smith-?bersetzung von Lukas 14:28 sagt der Herr: „Entscheidet euch daher in eurem Herzen, dass ihr das tut, was ich euch lehre und gebiete.“ „Entscheidet euch“ – das gef?llt mir. Br?der und Schwestern, ich bete darum, dass wir uns alle entschieden haben. Es gibt kostbare Segnungen, die wir nur erlangen, wenn wir unser ganzes Herz Gott hingeben.
Pr?sident Heber J. Grant hat gesagt: „F?r die Heiligen der Letzten Tage gibt es nur einen sicheren Weg, und das ist der Weg der Pflicht. Nicht unser Zeugnis, nicht wundersame Kundgebungen, nicht, dass man wei?, dass das Evangelium Jesu Christi wahr ? ist, nicht, dass man gewiss wei?, dass der Erretter der Erl?ser und dass Joseph Smith sein Prophet ist, wird uns erretten, sondern nur, dass man Gottes Gebote h?lt und so lebt, wie ein Heiliger der Letzten Tage leben soll.“10
Und nun, ihr Jungen M?nner und ihr Jungen Damen, die ihr gerade die Priorit?ten in eurem Leben setzt, denkt daran, dass die einzig wahre Sicherheit im Leben darin besteht, dass man die Gebote h?lt. Finanzielle Sicherheit und die gesellschaftliche Stellung sind ohne Rechtschaffenheit hohl. Das versichere ich euch.
Ihr habt in einem vorirdischen Dasein bei eurem himmlischen Vater gelebt. Ihr wart dort bei ihm. Euer Geist wei?, wie es ist, in einem celestialen Reich zu leben. Ihr k?nnt in einer nichtcelestialen Umgebung nie wahrhaft gl?cklich sein. Ihr wisst zu viel! Das ist auch einer der Gr?nde daf?r, dass schlecht zu sein euch nie gl?cklich machen kann11. Es ist etwas Gro?artiges, sich schon fr?h im Leben ein f?r alle Mal zu entscheiden, was man tun wird und was nicht und zwar in Bezug auf Ehrlichkeit, Anstand, Keuschheit, das Wort der Weisheit und die Tempelehe.
Br?der und Schwestern, bleiben Sie auf dem engen und schmalen Pfad – nein – bleiben Sie mitten auf dem engen und schmalen Pfad. Lassen Sie sich nicht treiben, schweifen Sie nicht umher, experimentieren Sie nicht herum, seien Sie vorsichtig.
Denken Sie daran: Lieb?ugeln Sie nicht mit dem B?sen. Betreten Sie nicht das Gebiet des Teufels. Geben Sie dem Satan keinen Heimvorteil. Wenn Sie nach den Geboten leben, finden Sie das Gl?ck, das zu viele Menschen anderswo suchen.
Wie Elder Nelson uns heute Morgen vermittelt hat: Dies ist die F?lle des Evangeliums Jesu Christi. Dies ist seine Kirche. Die Wiederherstellung hat stattgefunden! Es gibt keinen Grund zu z?gern.
Ich wei?, dass Pr?sident Gordon B. Hinckley heute der Prophet des Herrn ist. Ich bin dankbar, mit ihm zusammenzuarbeiten, und ich danke ihm f?r seine Lehren, seine F?hrung und sein wunderbares Vorbild an St?rke. Ich wei?, dass Gott lebt und unser Vater ist. Ich bezeuge, dass Jesus der Messias ist. Im Namen Jesu Christi. Amen.